Hilfe für Kleinbauern in Togo e.V.
Stand Juli 2015

Die Situation der Kleinbauern

Togo liegt in Westafrika und gehört zu den allerärmsten Ländern. Mit zunehmender Armut sinkt die Lebenserwartung.
Sie betrug 2009 in Togo 59 Jahre, in Deutschland 79.
Die meisten Menschen leben auf dem Lande in Dörfern ohne Stromanschluss von einem ärmlichen Feldanbau und einer ineffizienten Kleintierhaltung. Jede Familie kann nur so viel Land bewirtschaften, wie sie zu Beginn der Regenzeit mit der Hacke zu bearbeiten vermag. Die Togoer müssen meist nicht hungern, aber ihre Ernährung ist sehr einseitig. Das führt besonders bei Schwangeren, Stillenden und Kindern nach dem Abstillen zu Eiweißmangel und damit vermehrt zu Infektions-Krankheiten. Hauptziel unserer Projekte in Togo ist eine Verbesserung der Geflügelproduktion zur Optimierung der Ernährung und besonders zur Erhöhung des Bar-Einkommens der Kleinbauern durch nachhaltige tierärztliche Versorgung, vor allem durch die Einführung von Impfungen gegen dort tödliche Geflügel-Krankheiten.

Impfungen der Hühner gegen die Newcastle-Krankheit
(von 2000 bis 2012 in 169 Dörfern)

Innerhalb von 13 Jahren haben wir mit 5 togoischen Tierärzten in allen 5 Regionen Togos diese Impfungen eingeführt und dazu über 350 Veterinärhelfer in den Dörfern und in Seminaren ausgebildet und dafür ein Handbuch für Veterinärhelfer verfasst. Nach 2 – 3 vom Projekt (mit Spendengeld) finanzierten Impfkampanien je Dorf waren die Kleinbauern von der Schutzwirkung der Impfungen überzeugt und bezahlen danach jahrelang selber für die Impfungen mit einem Teil des erhöhten Erlöses aus dem nun stark zugenommenen Hühnerverkauf. Dies ist ein klassisches echtes Beispiel für Hilfe zur Selbsthilfe.

Unsere Spender sollten wissen, dass die Bevölkerung von ca. 200.000 Togoern in „unseren“ 169 Dörfern weiterhin diese jährlichen Mehreinnahmen schätzen und ihnen dankbar sind.



Fortsetzung unserer Hühner-Impfprojekte durch die Weltbank
(ab 2012 in 2000 Dörfern)

Vor drei Jahren begann die Weltbank mit der Einführung dieser Impfungen in geplanten 2000 Dörfern. Sie übernahm unsere bewährten Methoden einschließlich des von uns 2009 unter Schwierigkeiten erstmals nach Togo importierten thermotoleranten Impfstoffs. In unserem kleinen Verein waren wir begeistert, dass die mächtige Weltbank unsere Aktivitäten im größeren Umfang fortsetzen wollte und beendeten 2012 unsere Projekte auf diesem Gebiet bis auf das Weiterbildungsseminar im Januar 2013.


Hühnerhütte im Bau

 

Unser neues Perlhuhn-Projekt

Die Kleinbauern in der nördlichen Hälfte Togos haben uns in Dorfversammlungen immer und jahrelang gebeten, etwas gegen das Massensterben ihrer Perlhuhn-Küken zu unternehmen. Mit Beendigung der Finanzierung und Betreuung unserer Hühnerprojekte hatten wir nun die Möglichkeit, dieses ökonomisch wichtige Problem anzugehen. Ziel ist

  1. die Feststellung der Ursache(n) des Massensterbens,
  2. die Erprobung von prophylaktischen Maßnahmen zu dessen Verhinderung und
  3. deren Einführung in den Dörfern einschließlich der Einarbeitung von Veterinärhelfern.

Die Arbeiten werden zunächst durchgeführt in der nördlichen Savannen-Region von Dr. Awana Ali aus dem bisherigen Hühnerprojekten.

Erste Ergebnisse vom Perlhuhn-Projekt

2012 begannen wir mit Phase 1. Wir finanzierten Dr. Ali einen Brutschrank. Bei darin ausgebrüteten Perlhuhn-Küken konnte er das Massensterben der Küken mit Antibiotika verhindern, was auf eine bakterielle Ursache hinwies. Wir vermuteten Salmonellen, was dann auch durch bakteriologische Untersuchung bestätigt werden konnte. Damit hatten wir trotz der schwierigen Arbeitsbedingungen in Afrika unser Ziel für 2013 erreicht, was wir unserem engagierten Dr. Ali und seinen Helfern verdanken.

2013 begann unsere Phase 2 mit dem Import und dem versuchsweisen Einsatz von zwei Impfstoffen, deren Wirkung wir unter den dortigen Bedingungen in den Dörfern vergleichen wollten. Die Impfungen 2013 und 2014 schützten die Perlhuhn-Küken vor der tödlichen Salmonellen-Septikämie. 2015 variierten und optimierten wir die Methoden und zusätzlich zu Dr. Ali waren von unserem früheren Hühnerprojekt nun auch Dr. Kouagou in der Region Kara und Dr. Ayidi in der Region Central aktiv beteiligt. Auf der Basis dieser erfolgreichen Ergebnisse entwerfen wir nun einen Antrag zur finanziellen Unterstützung unseres Impfprogramms ab 2016 an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Bonn. Mit diesem Programm beginnen wir die Phase 3 unseres Perlhuhn-Projektes. Die vorbereitenden Untersuchungen in Phasen 1 und 2 konnten wir allein mit den Geldern unserer Privat-Spender finanzieren, in der Phase 3 könnten wir allein mit Privat-Spenden in nur relativ wenigen Dörfern unsere Impfungen einführen, während eine BMZ-Unterstützung uns ein Mehrfaches an Dörfern ermöglicht, wie wir es in unserem Hühnerprojekt von 2003 bis 2008 schon sehr erfolgreich realisieren konnten.









Junge Kleinbauern-Familie in einem unserer ersten Dörfer. Das stehende Kind zeigt den damals dort typischen dicken Bauch der Kleinkinder nach dem Abstillen, wenn sie zu wenig Eiweiß mit der Nahrung bekamen. Dies wird bei dortigen Hirten-Kindern durch Trinken von Kuhmilch verhindert. Bei unseren Geflügel-Bauern kann Geflügelfleisch als Nahrung diesen Eiweißmangel beheben und in der Tat sehen wir nun in unseren Dörfern mit geimpftem Geflügel und dadurch zunehmenden Verzehr von Geflügelfleisch weniger dicke Bäuche bei entwöhnten Kleinkindern.


Weitere Ergebnisse vom Perlhuhn-Projekt

Bitte lesen Sie dazu unsere Berichte unter der Rubrik "Jahresberichte".

Fertige Hühnerhütte