Hilfe für Kleinbauern in Togo e.V.

8. April 2020

 

Betrifft: Das Corona-Virus hat auch Togo erreicht.

 

Liebe Mitglieder, Spender und Togo-Freunde!

Folgender Text berücksichtigt die E-Mail in französischer Sprache, die wir von unserem Tierarzt Dr. Ali aus Togo gestern erhalten haben:

  1. Unsere vier Tierärzte und ihre Familien sind gesund und haben Ausgangssperren ähnlich wie wir hier in Deutschland.
  2. Laut Internet gab es in Togo am 4. April nur 41 Infizierte, etwa 25 Kranke und 3 Corona-Tote in ganz Togo. Die Zahlen sind vielleicht so niedrig wegen begrenzter Laboruntersuchungen oder weil das Corona-Virus von der Tropenhitze zerstört wird.
  3. Unsere Tierärzte dürfen nicht in die Projektdörfer fahren, ehe die Verbote der Gruppen-Ansammlungen aufgehoben werden. Sie müssen auch 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen halten.
  4. Wegen des Verbots der Gruppen-Ansammlungen und der Abstandshaltung können sie auch nicht wie geplant die ANADEB-Agenten in die Dörfer begleiten, um Kooperativen zu gründen. Diese Aktivität wird erst möglich sein, wenn die COVID-19 Pandemie-Maßnahmen das erlauben.
  5. Sobald dies erfolgt, können unsere vier Tierärzte auch mit der Einführung der organischen Säuren in den neuen Dörfern wie vorgesehen anfangen sowie Perlhühner impfen, falls dann der Impfstoff eingetroffen ist.
  6. Weil die kommerziellen Flugverbindungen zwischen Frankreich und Togo unterbrochen sind, kam der bestellte Impfstoff nicht rechtzeitig an für die vorgesehenen Impfkam-pagnen in den alten und neuen Dörfern. Wie lange diese verschoben werden müssen hängt vom Ende der Pandemie-Maßnahmen ab.
  7. Die zum Jahresbeginn verschickten Projektgelder für 2020 wurden entsprechend dem ursprünglichen Plan schon in Togo an die 4 Tierärzte verteilt und verbleiben dort, bis die Projekttätigkeit wieder beginnt.

Wir bedauern die durch das Corona-Virus bedingten zeitlichen Verschiebungen unserer Projekt-Aktivitäten. Unsere 4 Tierärzte sind bereit, mit den geplanten Projektaktivitäten zu beginnen, sobald die entsprechenden öffentlichen Pandemie-Maßnahmen in Togo beendet werden.

Wir wünschen Ihnen frohe Ostern im Kreis der eigenen Familie. Bleiben Sie gesund.

Mit herzlichem Dank und Gruß

Ihr/Euer Eberhard Karbe

 

 

 

Ende November 2019

 

Liebe Mitglieder, Spender und Togo-Freunde!

Zur Nachhaltigkeit unserer tierärztlichen Methoden

Im Dezember 2018 stellten wir beim BMZ den Antrag, zur Verbesserung der Nachhaltigkeit unserer Maßnahmen in Togo, im Jahre 2019 die Zahl neuer Dörfer von 30 auf 16 zu reduzieren, um Geld und Zeit zu sparen, so dass unsere vier Tierärzte in Togo sich mehr um die Nachhaltigkeit in den bisherigen Dörfern kümmern können. Die meisten der 16 neuen Dörfer besuchten wir dieses Mal und erfuhren von den Perlhuhn-Züchtern wieder nur Lob über die Wirksamkeit unserer Impfungen bzw. unserer organischen Säuren. In den bisherigen Dörfern sollten unsere 4 Tierärzte Überzeugungsarbeit leisten, damit die Kleinbauern unsere eingeführten Methoden zukünftig in vielen Dörfern fortsetzen und auch selber für die Impfungen und organischen Säuren bezahlen, mit denen die tödliche Salmonellose ihrer Perlhühner erfolgreich verhindert wird. Die Kleinbauern haben das Problem, dass sie ihr schlachtreifes Geflügel und ihre Ernte-Produkte jeweils im November und Dezember verkaufen, das Geld aber Monate später in der Aufzuchtperiode zum großen Teil schon vorher ausgegeben haben und die Impfungen oder organischen Säuren nicht bezahlen können. Wenn sie ein "Groupement" oder eine Kooperative (ein lokaler Verein) gründen, die ihr Geld im November/Dezember von ihnen kassiert, z.B. 76 € für 1000 Impfungen, die Summe in einer Dorfkasse deponiert und damit Monate später für die Kleinbauern die Impfungen bezahlt, dann klappt das dort. Das BMZ genehmigte unseren Antrag.

ANADEB kann unseren Kleinbauern helfen

Etwa im Mai erfuhren wir von unserem Dr. Bangue mit Praxis in Cinkassé an der nördlichen Grenze Togos zu Burkina Faso, dass es in Togo neuerdings eine Agentur gibt, die den Kleinbauern, die meist Analphabeten sind, bei der Gründung eines solchen Vereins helfen. Sie heißt ANADEB (nationale Agentur für eine Unterstützung der Entwicklung an der Basis) und wurde wohl auch gegründet, um die Empfänglichkeit der armen Dörfler (60 % der ganzen Bevölkerung) gegenüber Al Kaida-ähnlichen Extremisten zu reduzieren, die bereits aus Burkina Faso kommen. Die geringen Unkosten ihrer lokalen Mitarbeiter sowie die Eintragungs-Gebühren der Vereine sollten von den Kleinbauern (in diesem Fall von uns) bezahlt werden. Wir baten unsere 4 Tierärzte schon im Mai, mit ihren lokalen ANADEB-Agenten Kontakt aufzunehmen und zusammen-zuarbeiten. Dies tat leider nur Dr. Bangue. Er hatte relativ schnell Erfolg mit der Gründung von 6 Kooperativen. Dr. Ali und Dr. Kouagou taten es nicht, weil sie in den von ihnen besuchten 18 bzw.14 Dörfern die dazu benötigte Wahl von Vereinsvorständen nicht erreichten und leider dachten, dass vorher ANADEB nicht helfen könne. Dr. Ayidi hatte schlicht keine Zeit und besuchte nur 3 seiner bisherigen Dörfer, weil er für die Wahl als Bürgermeister für das Städtchen Blitta kandidierte. Zum Glück für uns gewann er nicht, aber seine Frau kam in den Stadtrat.

Unsere Besuche in 13 Dörfern

Vom 1. bis 18. November 2019 waren meine Frau Patricia und ich wieder in Togo und haben diesmal 13 Dörfer jeweils mit einem unserer Tierärzte besucht. In allen diesen Dörfern waren in den Dorfversammlungen die Kleinbauern hoch motiviert, Kooperativen zu gründen, um für sie die gewünschte Finanzierung zu regeln. Leider hatten aber die Züchter in keinem Dorf dafür einen Vorstand gewählt außer in einem, in dem Dr. Kouagou 2016 geimpft und dieses Jahr zusätzliche Motivierungsbesuche durchgeführt hatte. Hier wurde kürzlich auch ohne ANADEB-Hilfe ein derartiger Verein gegründet. Auch ohne Vereinsgründung konnte Dr. Ayidi in zwei Dörfern, in denen er 2019 mit je 12 Liter konzentrierter organischer Säure diese Trinkwasser-Methode kostenlos eingeführt hatte, noch in diesem Jahr je 12 Liter an die Kleinbauern verkaufen. Die Bereitschaft zur Gründung solcher Kooperativen war in allen von uns besuchten 13 Dörfern sehr groß, aber die Fähigkeit bei diesen meist schreib- und leseunkundigen Kleinbauern gering, dafür selber Vorstände zu wählen bzw. Kooperativen zu gründen.

Dankbare Kleinbäuerinnen schenken uns Perlhühner und Yamswurzeln nach Tanz mit Gesang und Tamtam sowie Lob unserer organischen Säuren, die im Trinkwasser das durch Salmonellen induzierte Perlhuhn-Sterben verhindern. Unser Dr. Ayidi ganz rechts im Bild.

Unsere Gespräche und Vereinbarung mit ANADEB

Unsere erste lokale ANADEB-Angestellte besuchten wir mit Dr. Ali. Sie sagte mir gleich, sie könne uns nicht sagen, ob sie bzw. ANADEB mit den Tierärzten unserer 75 Dörfer noch ohne Kooperative helfen könne, das hinge vom Chef ab. Der war leider vereist. Wir konnten aber am Folgetag seinen Vertreter treffen, der sich immerhin schon positiver äußerte. Zum Glück hatten wir dann in Kara die Gelegenheit, alle drei ANADEB-Chefs der Regionen Savanne, Kara und Central zu treffen, die sehr interessiert waren mit unseren Tierärzten zu kooperieren und schon von der ANADEB-Chefin in Lomé wussten, dass sie damit einverstanden sei gleich zu beginnen.

An unserem Abreisetag besuchten wir gemeinsam mit unserem Dr. Ali die Chefin von ANADEB in Lomé, Madame Katanga. Sie wuchs zum Glück im hohen Norden von Togo in einem Perlhuhn-Dorf auf, hatte deshalb großes Verständnis für unser Anliegen und war zudem Klassenkameradin von unserem Tierarzt Dr. Kouagou in einer höheren Schule. Nach längerer Diskussion schlug sie vor, dass jeder von unseren 4 Tierärzten zunächst in 3 oder 4 Dörfern mit dem vor Ort zuständigen ANADEB-Mitarbeiter sehr bald mit der Kooperativen-Bildung beginnt, damit diese noch im Dezember die 76 € für 1000 Impfungen kassiert, um damit einige Monate später für die Impfungen zu bezahlen. Ich sagte ihr, unsere Dörfer seien dafür sehr geeignet, da sie bereits durch unsere Tierärzte entsprechend motiviert seien, die Texte für das satzungsähnliche Papier in allen Impf-Dörfern ziemlich gleich sei und der Gewinn für die Züchter bei nur 7 Cent pro Impfung und einem Verkaufspreis von ca. 4,50 € pro schlachtreifes Perlhuhn sehr hoch sei. Ihr anwesender Vize-Direktor und Soziologe Dr. Alao regte an, einen Vertrag mit uns zu machen, was sie nicht wollte, sie möchte zuerst sehen, wie das klappt, und dann ihrem direkten Chef, dem Innenminister, das wahrscheinlich gelungene Vorgehen präsentieren. Sie hat mir bestätigt, dass sie für die Gehälter der ANADEB-Mitarbeiter verantwortlich sei. Unser Projektleiter Dr. Ali soll ihr die Namen der 12 bis 16 ersten Dörfer nennen, sie wird die lokal zuständigen ANADEB-Personen beauftragen, ich müsste jetzt nichts mehr tun. Unser Dr. Ali schickte ihr inzwischen sogar 18 Dorfnamen per Email. Offenbar brauchten drei unserer vier Tierärzte unsere Anwesenheit, dieses Vorgehen einzufädeln.

Besuche bei Präfekten und des deutschen Botschafters

Wir besuchten wie jedes Jahr auch mehrere Präfekten oder deren Vertreter und wurden sogar zum Abendessen vom Präfekt in Blitta eingeladen, nachdem wir ihn letztes Jahr eingeladen hatten. Die ca. 40 Präfekten in Togo werden vom Innenministerium ausgewählt und müssen vom Staatspräsidenten genehmigt werden. Sie werden also nicht wie bei uns die Landräte vom Volk gewählt.

Auch besuchte ich noch am Abflugtag den neuen deutschen Botschafter, um über unser Projekt zu berichten, und schenkte ihm eine von mehreren Kalebassen voller Perlhuhn-Eier, die wir als Dankeschön von den Kleinbauern erhalten hatten.

Fortsetzung und Finanzierung unserer Projekte

Am letzten Freitag unserer Reise hatten wir mit allen 4 Tierärzten ein gemeinsames Treffen von über 3 Stunden Dauer in Lomé. Bezüglich der Erfolgschancen mit Hilfe von ANADEB Züchtervereine zu gründen, welche die Bezahlung der Tierärzte z.B. für die Impfungen dann wie geplant regeln, meinte Dr. Bangue, er würde das bei mindestens 80% seiner Dörfer erreichen. Danach beschloss man, einen Whatsapp-Chat mit den 4 Tierärzten und uns zu bilden, was sofort mit den 5 vorhandenen Smartphones geschah, um in Zukunft den Austausch u.a. über die Vorgehensweise mit den lokalen ANADEB-Mitarbeitern zu ermöglichen. Auch wollen sich unsere 4 Tierärzte ab und zu treffen um sich auszutauschen und die Reise-Kosten dafür selber übernehmen.

Unser vierjähriges Projekt mit dem BMZ findet mit diesem Jahr seinen Abschluss. Eine von mir im August beantragte Verlängerung wurde vom BMZ ohne Angabe von Gründen nicht genehmigt. Gründe könnten sein: Geldmangel beim BMZ, unser Projekt sei zu klein, die Nachhaltigkeit sei z.Z. zu gering oder ich sei zu alt und habe keinen Nachfolger. Wegen der Zahlungen des BMZ in den letzten 4 Jahren haben wir Spenden sparen können, so dass wir mit noch vorhandenen Spendengeldern die Fortsetzung unseres Projektes 2020 finanzieren können. Da unsere drei ältesten noch recht gesunden Mitglieder im Vorstand ein durchschnittliches Alter von 83 Jahren haben und bisher keine Nachfolger finden konnten, wollen wir Sie bitten, im ablaufenden Jahr 2019 und bis November 2020 keine Spenden mehr zu schicken. Jeweils Ende November wollen wir Sie jährlich für das Folgejahr über unsere Pläne und unseren dann aktuellen Spendenbedarf informieren, um unser Projekt bei irgendwelchen zu erwartenden Einbußen der Funktionstüchtigkeit im Vorstand geregelt beenden zu können.

Diskussions-Runde einer diesjährigen Dorfversammlung mit Prof. Karbe, daneben unser Tierarzt Dr. Kouagou und Perlhuhn-Züchter mit ihrem Dorf-Chef (hellblaues Hemd)

Haben Sie herzlichen Dank für Ihre Spenden, mit denen Sie nun auch die Gründung von Dorf-Kooperativen unterstützen und damit den Lebensstandard der armen Kleinbauern-Familien auf Dauer verbessern können. Gleichzeitig vermindern Sie bei den Kleinbauern die Landflucht und machen sie für die in Togo beginnende Propaganda von islamistischen Dschihadisten weniger empfänglich. Außerdem erhalten die bisher vernachlässigten Kleinbauern durch die Bildung von Kooperativen in der Gesellschaft mehr Einfluss, zumal sie merken, dass sie als organisierte Gruppe mehr erreichen, in diesem Fall sogar ein höheres und dauerhaftes Einkommen erreichen können.

Mit herzlichem Dank und Gruß

Ihr/Euer Eberhard Karbe

 

 

 

Im Dezember 2018

 

Liebe Mitglieder, Spender und Togo-Freunde!

Vom 4. bis 20. November 2018 waren meine Frau und ich wieder in Togo, um die dortigen Projekte zu evaluieren und bei Berücksichtigung der Ergebnisse das nächste Jahr zu planen. Diesmal konnten wir nur 16 Dörfer besuchen, weil Air France unseren schon reservierten Hinflug annullierte, so dass wir einen Tag später hinflogen.

Impfungen gegen das Massensterben der Perlhuhn-Küken

Als Ursache dieser Krankheit hatten Dr. Ali und ich 2013 Salmonellen der Enteritidis-Gruppe diagnostiziert und 2014 und 2015 mehrere Impfstoffe erstmals nach Togo importiert. Wir haben sie in den Dörfern ausprobiert und festgestellt, dass sie alle gegen diese Krankheit schützen. Sie haben diese Impfungen finanziell unterstützt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) hat sie seit 2016 mit 75% mitfinanziert. Auch dieses Jahr waren die Kleinbauern von der guten Schutzwirkung der Impfstoffe begeistert.

Unser Dr. Bangue hat eine Importlizenz und 2017 importierte und bezahlte er mit eigenem Geld einen entsprechenden Impfstoff aus Frankreich, der 2018 auch mit sehr gutem Impfschutz in unseren Projektdörfern zur Anwendung kam. Dies ist ein wesentlicher Schritt für unsere togoischen Tierärzte, um bezüglich des Einkaufs des Impfstoffs und dessen Finanzierung unabhängig von uns zu werden.

Ziel unseres Projektes ist ja, dass die Kleinbauern ab dem zweiten Jahr für die Impfungen bezahlen, nachdem im ersten Jahr das Projekt, also Sie und das BMZ, für den Kauf des Impfstoffs, die Einführung der Impfung durch den dortigen Projekt-Tierarzt und die Ausbildung der Impfhelfer die Kosten übernommen hatten.

Wir konnten feststellen, dass die Kleinbauern zwar in 10 von 24 Dörfern sich einigen konnten, an einem Tag knapp 1000 Tiere impfen zu lassen und auch sofort dafür bar zu bezahlen. Die Eile ist nötig weil der Impfstoff in Fläschchen von 1000 Dosen kommt und nach seiner Lösung innerhalb weniger Stunden unwirksam wird. In den anderen 14 Dörfern klappte das nicht. Das hat mehrere Gründe. Die Kleinbauern führen ein sehr traditionelles Leben und scheuen Neues, besonders wenn es etwas kostet. Wir hatten zwar unseren Tierärzten gesagt, sie sollen sich mit ihren Veterinär-Helfern um diese Fortsetzung kümmern, ihnen dafür aber kein zusätzliches Projektgeld zugeteilt, weil es zwischen 2000 und 2012 beim Impfen gegen die Newcastle-Krankheit der Hühner auch ohne dem ging. Aber diese Hühner-Impfung war damals schon lange bekannt. Trotzdem mussten wir uns damals gegen die Macht der Medizinmänner in den Dörfern durchsetzen. Das gilt wahrscheinlich auch jetzt.

In meinen Reden über 2 Stunden in den Dörfern spielte diese Fortsetzung eine große Rolle. Dabei war das Beispiel des Dorfes Kpong hilfreich. Dort hatten die Kleinbauern 2016 nach unserem Besuch einen Züchter-Verein gegründet, der die Bezahlung am Tag der Impfung übernahm, die Mitglieder zahlten an den Verein, sobald es bei ihnen besser passte. Es spielt dabei wohl auch eine Rolle, dass der Verein eine Führungsrolle übernimmt, die die Kleinbauern offenbar brauchen und anerkennen. Jedenfalls mit dem Verein klappt die Bezahlung der Impfungen in Kpong seit 2 Jahren bestens – dann sollte das auch so in den restlichen Projektdörfern funktionieren.

Meine vier Kollegen in Togo und ich sind der Meinung, dass unser Besuch mit meinen Reden schon einiges erreicht hat und dass die Tierärzte in allen Dörfern, wo es nötig ist, solche Motivations-Reden halten sollten. Wir haben geplant, ihnen 2019 für die nötigen zusätzlichen Besuche in den oft sehr entlegenen Dörfern Benzin- und Telefonkosten und eine Aufwands-entschädigung zu bezahlen. Diese Kosten wollen wir durch Einsparungen begleichen, indem wir 2019 die Zahl der Dörfer reduzieren, in denen die Impfungen neu eingeführt werden sollen. Die Nachhaltigkeit des Impfens in Dörfern mit bereits erfolgter Einführung erscheint uns wichtiger als die Zahl neuer Dörfer. Diese kostenneutrale Änderung habe ich am 21.11. beim BMZ beantragt. Wir hoffen auf baldige Genehmigung.

Die Kleinbauern erfahren immer wieder, dass wenn sie um eine Fortsetzung der finanziellen Hilfe bitten, dies oft gewährt wird. Ich habe ihnen allerdings gesagt, unsere Spender werden das nicht tun, weil sie wollen, dass sie selbstständig ihre Zukunft in die Hand nehmen. Endlich erfuhr ich am Ende dieses dritten Projektjahres von unserem Dr. Bangue, dass sich der Einsatz unserer Impfung nun auch durch lokale Mundpropaganda ausbreitet. Er impft in seinem Praxisgebiet bereits in 5 neuen Dörfern, die nicht zu unserem Projekt gehören und wo die Kleinbauern sofort ohne die für sie kostenlose Einführung für die Impfungen bezahlen. Die Zukunft der Nachhaltigkeit hat also bereits begonnen.

Organische Säuren im Trinkwasser verhindern die Salmonellose der Perlhuhn-Küken

Diese Säuren werden in Deutschland in der Geflügel-Produktion zunehmend und in großem Umfang eingesetzt, weil sie im Darm auch gesund-erscheinender Tiere die Konzentration pathogener Bakterien einschließlich der Salmonellen reduzieren und dadurch das Wachstum dieser Küken fördern. Bei uns in Deutschland sollen diese Säuren die Antibiotika-Zusätze im Futter ersetzen. Wir haben 2015 75 Liter konzentrierte organische Säuren nach Togo importiert, vermutlich als erstem Land südlich der Sahara. Wie erwartet verhindern sie das häufige Auftreten der tödlichen Salmonellose der Perlhuhn-Küken, fördern deren Wachstum, auch bei Hühner-Küken. 2016 haben wir fast 1000 Liter dieser konzentrierten Säuren nach Togo importiert. So konnten unsere Tierärzte 2017 in 12 und 2018 in 16 Dörfern den Kleinbauern kostenfrei zeigen, wie man die konzentrierte Säure in deren Trinkwasser verdünnt.

Weiße und farbige Perlhuhn-Küken und ihre Hennen-Mutter, die sie ausgebrütet hat, an ihrer Tränke mit verdünnten organischen Säuren.

Wir besuchten nun 8 dieser 28 Dörfer. Auch hier hatten die Säuren die erwartete Schutzwirkung entfaltet. Allerdings wurde mehrfach berichtet, dass die Wirkung dann schwächer wird, wenn die Küken auch Wasser aus Regen-Pfützen ohne Säurezusatz tranken. Da die Kleinbauern z.T. weder Stall noch Einfriedung für die Küken besitzen, haben wir daran gedacht in bestimmten Fällen dafür Hühnerdraht zu kaufen. So eine Hilfe wäre dann auch gleichzeitig ein Schutz gegen dort mehrmals berichtete Verluste durch wilde räuberische Ginsterkatzen. Aber so ein "Geschenk" könnte Neid bei den anderen erzeugen und manche glauben dort, dass "neidische Blicke verhexen". Andererseits bauen alle Kleinbauern wenigstens Lehm-Hütten für Ihre Familien, dann könnten sie auch Hühner-Gehege bauen. Auch unsere togoischen Tierärzte haben bisher keinen Vorschlag, wie man diesen weniger Aktiven einseitig helfen könnte.

Auch in diesen Dörfern war die Bereitschaft der Kleinbauern, die Säuren nach deren Einführung bei den Tierarzthelfern im Dorf zu kaufen, mehrheitlich zögerlich. In 8 von 12 Dörfern, in denen die Säuren 2017 von uns eingeführt wurde, kauften die Kleinbauern zwar diese konzentrierten Säuren, aber nur 22 Liter, während wir ihnen im Jahr zuvor als Einführung 144 Liter gegeben hatten. Die Gründe dafür sind ähnlich wie bei den Impfdörfern. Deshalb wollen wir bei den Säure-Dörfern ähnlich vorgehen, nämlich die Zahl neuer Säure-Dörfer 2019 reduzieren, um die Motivierung der Kleinbauern in den Dörfern mit bereits erfolgter Einführung durch unsere Tierärzte finanzieren zu können, wobei auch hier die Gründung eines Vereins der Kleinbauern eine dauerhafte Führung und Erleichterung bei der Zahlung ermöglichen soll. Auch hier erhoffen wir die Zustimmung vom BMZ für diese gleichzeitig beantragte Änderung. Immerhin war die Bildung von Vereinen a la Raiffeisen ab 1848 in Deutschland für die minderbemittelten kleinen Bauern sehr erfolgreich. Mit der Bildung von Tierzuchtvereinen durch die vernachlässigten Kleinbauern wird auch die Dezentralisierung und Demokratisierung in Togo vorangetrieben. Diese Ziele unterstützt das BMZ in anderen Projekten in Togo.

Eberhard Karbe und Bäuerin mit Perlhühnern in den Händen sowie Perlhuhn-Küken davor

Die Ergebnisse meiner Reden in den Dörfern waren überraschend positiv, so rief uns ein Tierarzthelfer eines Dorfes 20 Minuten nach unserer Abfahrt schon im Auto an, sie wollen nun gleich diese Säuren kaufen. Dabei spielen sicher der relativ geringe Preis unserer Maßnahmen und die beachtliche Möglichkeit der Einkom-menssteigerung eine Rolle. Investiert der Klein-bauer in die Impfung der Perlhuhn-Küken, so kann er das 27-Fache seiner Kosten beim Gewinn erwarten, lässt er die Eltern der Küken impfen, kann er das 275-Fache seiner Kosten erwarten, kauft er organische Säuren und verdünnt sie im Trinkwasser der Küken, kann er das 90-Fache erwarten. Denn eine Impfung kostet den Kleinbauern nur 7,6 Cent und die 75 ml konzentrierte Säure für 20 Küken kosten 46 Cent und ein einziges schlachtreifes Perlhuhn bringt dem Kleinbauern 3,80 Euro. Bei obiger Berechnung wird unsere Zählung berücksichtigt, dass ohne obige Schutzmaßnahmen 60% der Perlhühner eines Dorfes an der Salmonellose sterben, ca. 20% Opfer von anderen Krankheiten oder von wilden Ginsterkatzen werden und etwa 20 % überleben. Aber diese Kleinbauern berücksichtigen bei ihren Entscheidungen natürlich auch ganz andere Aspekte, die wir gar nicht kennen. Unsere vier Tierärzte in Togo sind sehr optimistisch, dass viele Kleinbauern ihre Scheu bezüglich unserer für sie ganz neuen aber lukrativen Methoden nach motivierendem Zuspruch durch unsere Tierärzte bald überwinden werden. Ich auch.

Veröffentlichung unserer neuen Forschungs-Ergebnisse über die tödliche Salmonellose der Perlhühner und über deren Verhinderung durch Impfen

Die praktizierenden Tierärzte, die in den Dörfern Togos und im übrigen Westafrika tätig sind, lesen kaum in wissenschaftlichen Zeitschriften. Unser Dr. Ali berichtete anlässlich einer Tagung der Direktoren der Tierärztekammern aller acht frankophonen Länder Westafrikas über unsere diesbezüglichen Forschungsergebnisse und Impferfolge bezüglich der "mortalité massive" der Perlhühner, die wir nun Salmonellen-Septikämie oder Salmonellose nennen. Dies war eine Neuigkeit für sie und sie baten um weitere schriftliche Informationen darüber. Entsprechend haben wir ein kleines Handbuch auf Französisch darüber geschrieben, das aber vor allem für unsere Veterinärhelfer und Landtierärzte in Togo vorgesehen ist.

Damit sorgen wir für eine weitere Verbreitung unserer neuen Ergebnisse zum Wohle der Kleinbauern in weiteren Dörfern in Togo und in anderen frankophonen Ländern Afrikas. Das war nur möglich dank der Unterstützung durch Sie als Mitglieder und Spender des Vereins "Hilfe für Kleinbauern in Togo e.V." und des BMZ in Bonn.

Mit herzlichem Dank und Gruß

Ihr/Euer Eberhard Karbe

 

 

 

Im November 2017

 

Liebe Mitglieder, Spender und Togo-Freunde!

Vom 4. bis 20. November 2017 waren meine Frau und ich wieder in Togo, um die diesjährige Projekttätigkeit unserer 4 togoischen Tierärzte in den Dörfern zu evaluieren und abzurechnen sowie die Arbeiten im kommenden Jahr gemeinsam zu planen.

Impfung der Perlhühner gegen die tödliche Salmonellose in 14 Dorfgruppen

2017 war das zweite von 4 Jahren, in denen uns das BMZ finanziell unterstützt. Unsere 4 togoischen Tierärzte haben dieses Jahr in 2 oder 3 Impfkampagnen in 14 neuen Dorfgruppen geimpft. Die Tierärzte bilden die Dorfgruppen so, dass jeweils 2.000 Perlhühner von 4 Veterinär-Helfern innerhalb von wenigen Stunden geimpft werden, weil die kleinste Abfüllung unseres Projekt-Impfstoffs aus Deutschland 2.000 Dosen enthält und der Impfstoff nach Auflösung so schnell unwirksam wird. Wir haben 11 von 14 Dorfgruppen besucht und die Kleinbauern waren von dem Impfschutz begeistert, nach Impfungen trat die tödliche Salmonellen-Septikämie 2017 nicht mehr auf. Unsere Tierärzte sagen, das sei in den übrigen 3 Dorfgruppen auch so. Also ein perfektes Impfergebnis.

Im nächsten Jahr sollen die Kleinbauern kostendeckend dafür bezahlen. Erfreulicher-weise hat unser Dr. Bangue den passenden Impfstoff bereits mit eigenem Geld bezahlt und importiert, so dass die Fortsetzung und Finanzierung der Impfung in den Folgejahren in togoische Hand übergehen kann, eine wichtige Basis für eine solide Nachhaltigkeit auch ohne unsere deutsche Hilfe.

Impfung der Perlhühner gegen die tödliche Salmonellose in 10 früheren Dorfgruppen

Wir haben auch 3 von 10 Dorfgruppen besucht, in denen unsere Tierärzte bereits 2016 die Impfungen eingeführt hatten und die selbstständige Fortsetzung mit Bezahlung durch die Kleinbauern 2017 beginnen sollte. In 9 Dorfgruppen kam das noch nicht zustande. Die Gründe: Die Scheu der Kleinbauern vor einer zusätzlichen Ausgabe, die Hoffnung, wir würden das weiterhin bezahlen, die Befürchtung, die nötigen 2.000 Perlhühner nicht zum Impfen verfügbar zu haben, die Scheu, beim Zählen und Aufschreiben bekannt zu geben, wie viele Perlhühner man besitzt. Zum letzten Punkt möchte ich darauf hinweisen, dass wir in Deutschland auch nicht jedem erzählen was wir verdienen oder auf dem Konto haben. Der Kleinbauer hat keinen Lohn und kein Bankkonto, die Perlhühner sind sein Konto. Er will auch nicht, dass andere wissen, dass er mehr hat als andere, denn "neidische Blicke verhexen" (Voodoo-Einfluss) und der Wohlhabendere wird auch zuerst von den Ärmeren um Geld gebeten. Beim Zählen der Perlhühner brechen wir in eine Tabuzone ein, die es mit Geduld und wirtschaftlichen Argumenten aufzulösen gilt. Wir wissen, dass das fast immer gelingt, ein Prozess, den unsere Globalisierung mit sich bringt, zuerst den Fluch und dann hier den Segen.

Eins der 20 Treffen mit den Kleinbauern in einem Klassenzimmer bei 40 °C

Bezüglich der 2.000 Dosen bzw. der erforderlichen 2.000 Perlhühner hatten wir ein starkes Argument: Dr. Bangue hat inzwischen einen passenden Impfstoff aus Frankreich besorgt mit einer Abfüllung von nur 1.000 Dosen. Als im ersten Jahr 2016 das Projekt das Impfen bezahlte, wurden in allen 10 Dorfgruppen deutlich über 1.500 Tiere je Kampagne geimpft. Sie haben für 1.000 Dosen also genug Perlhühner. Das hat die Kleinbauern in unseren Dorfversammlungen überzeugt. Sie wollen schon im Januar weiter impfen lassen und dann selber dafür bezahlen.

Die einzige Dorfgruppe, die 2017 die Folge-Impfung wollte und bezahlte war bei Dr. Bangue in der Savanne Region. Vor einem Jahr hatten wir dieses Dorf Kpong besucht und darüber berichtet: Der Frauenchor sang damals ein Loblied über unser Projekt. Direkt nach unserem damaligen Besuch gründeten die Kleinbauern einen Verein, der für die Bezahlung der Impfung garantieren sollte. Dr. Bangue war überrascht, er impfte und der Verein zahlte. So soll es dort weiter laufen. Der Verein bezahlt auch jetzt für seine Tierarzneimittel im Dorf. Ein sehr erfreuliches Ergebnis.

Verabreichung von organischen Säuren im Trinkwasser bei Perlhuhn-Küken 2017

Wir besuchten auch 6 von 12 Dörfern, in denen von uns erstmals organische Säuren als Trinkwasserzusatz zum Einsatz kamen. Wir hatten in Vorversuchen 2015 festgestellt, dass auch damit die Salmonellen-Septikämie bei jungen Perl-hühnern verhindert werden kann. Je 40 Kleinbauern pro Dorf erhielten kostenlos Säure für 4 ausgebrütete Gelege und ihnen wurde gezeigt, wie man die konzentrier-ten Säuren verdünnt. In allen besuchten Dörfern und angeblich auch in den übrigen 6 lobten die Kleinbauern die gute Wirksamkeit der Säuren: Das Massensterben junger Perlhühner wurde verhindert und behandelte Tiere wuchsen schneller und waren robuster.

Nach Verbrauch der Säuren sollten die Kleinbauern die Säuren kaufen. Das klappte in den meisten Dörfern noch nicht, z.T. war so spät mit der Einführung begonnen worden, dass die kostenlosen Säuren am Ende der Zuchtsaison noch nicht ver-braucht waren. In manchen Dörfern meinten die Kleinbauern, sie müssten immer einen ganzen Liter kaufen, für 20 Küken benötigt man jedoch nur 75 ml konzentrierte Säure für 2 Monate (der Liter war nur zur Preis-Nennung genannt worden). Dr. Bangue hatte verlangt, die Kleinbauern müssten die Säuren in seiner Praxis abholen und bezahlen. Ich hatte empfohlen, dass die Tierärzte den beiden Veterinär-Helfern in jedem Dorf die Säuren ins Dorf zum Verkauf geben, weil eine mehr-stündige Fahrt der Klein-bauern mit Fahrrad zur Praxis nicht zumutbar sei. So haben die anderen drei Tierärzte das auch gemacht. Dr. Bangue stimmte dem während unseres Besuches schließlich auch zu. In allen besuchten Dörfern, wo mit dem Säure-Verkauf noch nicht begonnen wurde, brachte ich die große Mehrheit nach stundenlangen Diskussionen schließlich dazu, mit dem Kauf einverstanden zu sein. Wichtige Argumente waren, dass auch kleine Säuremengen gekauft werden können und dass unsere Spender nicht bereit seien, nochmals für die Säuren zu bezahlen. Meine 4 togoischen Kollegen sind zuversichtlich, die Kleinbauern in den nicht besuchten Dörfern mit meinen Argumenten zum Kauf der Säuren zu bewegen. Immerhin war das Interesse in den besuchten Dörfern dann schon so groß, dass Kleinbauern fragten, ob der Nachschub konzentrierter Säure gesichert sei.

Es gibt auch bereits sehr erfreuliche, zukunftsweisende "Säure-Dörfer". In einem Dorf von Dr. Ayidi ist der Pfarrer einer evangelischen Gemeinde die Vertrauensperson, die die Säuren verkauft. Da läuft das hervorragend. Dort wurden wir als Zeichen der Dankbarkeit mit Geschenken/Naturalien überhäuft (siehe Bild).

Ein weiteres Dorf, in dem Dr. Ayidi 2015 Vorversuche mit Säuren machte, kaufen viele Kleinbauern die Säure bereits ohne weitere Einführung. Bei der Einführung einer für Togo und eventuell für Afrika südlich der Sahara völlig neuen Methode kann man nicht erwarten, dass alles sofort klappt. Aber meine 4 Kollegen sind zuversichtlich, dass sie die neuen Methoden in unserem 4-jährigen Projekt in Togo zum Durchbruch verhelfen werden, sowohl bei den Impfungen als auch bei der Säureverwendung, zumal die Gewinne für die Kleinbauern bei Weitem deren Kosten übersteigen. Wahrscheinlich gibt es in der dortigen Landwirtschaft keine bessere

Der Kofferraum von Dr. Ayidi mit Geschenken aus einem Dorf

Investitionsmöglichkeit als das wirksame Impfen gegen häufige und tödliche Erkrankungen beim Geflügel. Auch diesem Argument hatte kein Kleinbauer widersprochen. In den meisten der besuchten Dörfer hatten wir vor Jahren das Impfen gegen die tödliche Newcastle-Krankheit der Hühner eingeführt. Damals zögerten die Kleinbauern auch zuerst das Impfen zu bezahlen. Da mussten wir uns bezüglich Impfen noch gegen die Macht der Medizinmänner im Dorf durchsetzen, die zunächst behaupteten mit ihrem Können auch die Geflügelkrankheit verhindern zu können. Jetzt ist das Bezahlen für diese Impfungen Routine, z.T. schon seit über 10 Jahren. Entsprechend wird sich das wohl auch bei unseren neuen Methoden entwickeln.

Bemerkungen zu unserer Entwicklungshilfe

Unser Dr. Ali hielt im Herbst 2017 als Präsident der Tierärztekammer von Togo auf einer Tagung der Präsidenten der Tierärztekammern aus 8 frankophonen Ländern in Westafrika (UEMOA) einen Vortrag über unsere Forschung. Er stellte unsere Ergebnisse vor. Diese zeigen, dass das Massensterben der Perlhühner in Togo von Salmonellen aus der Enteritidis-Gruppe verursacht wird und dass es käufliche Impfstoffe gibt, mit denen diese Krankheit verhindert werden kann, was damit auch die Richtigkeit unserer Diagnose beweist. Für die anderen 7 Präsidenten waren diese Ergebnisse neu. Damit informieren wir 7 weitere westafrikanische Länder über unsere neuen Forschungsergebnisse und ermöglichen hiermit Impfmaßnahmen auch in diesen Ländern, um den Ausbruch dieser tödlichen Krankheit bei den wirtschaftlich wichtigen Perlhühnern zu verhindern.

Geimpfte, gesunde Perlhühner

Hiermit möchten wir unsere Mitglieder und Spender darauf hinweisen, dass Sie/Ihr nicht nur zur erheblichen Verbesserung der Einkünfte und Ernährung der Perlhuhn-Produzenten und deren Familien in den Dörfern Togos beitragen, sondern darüber hinaus die Voraussetzungen ermöglicht haben, dass dies auch in anderen Ländern Afrikas realisiert werden kann.

Die Massen-Armut auf unserer Erde befindet sich hauptsächlich in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara und betrifft vor allem die Kleinbauern-Familien in den Dörfern mit einem Anteil von über 60 % der jeweiligen Bevölkerungen. Wenn wir die Armut auf der Erde bekämpfen wollen, dann müssen wir Europäer vor allem diesen Menschen direkt helfen. Und genau das tun wir erfolgreich und nachhaltig mit unseren Projekten. Erst bei sinkender Armut wird der Migrationsdruck nachlassen.

Wir danken Ihnen/Euch herzlich für das jahrelange Vertrauen und für die treue und auch großzügige Unterstützung nun schon seit 1999, die diese direkte, zielgerichtete, sinn- und wirkungsvolle sowie nachhaltige Armutsbekämpfung erst ermöglicht.

Mit herzlichem Dank und Gruß

Ihr/Euer Eberhard Karbe

 

 

 

Im November 2016

 

Liebe Mitglieder, Spender und Togo-Freunde,

meine Frau und ich haben vom 5. bis 23. November 2016 alle unsere 12 diesjährigen neuen Dorfgruppen jeweils mit einem unserer 4 Projekt-Tierärzte besucht und in Dorfversammlungen mit den Kleinbauern die Impf-Ergebnisse berichtet bekommen und diskutiert, wie immer auf Französisch mit Übersetzungen in eine, häufig zwei, selten drei lokale Sprachen. Nur in einem Dorf wollten die Kleinbauern es ohne Übersetzungen versuchen, aber wegen mehrerer älterer Teilnehmer wurde dann doch übersetzt. Unter den jüngeren Kleinbauern nehmen die Französisch-Kenntnisse zu.

Dorfbesuche

Die Kleinbauern waren in allen Dorfgruppen vom Impfschutz bei ihren Perlhühnern begeistert. Nicht nur lobten sie den Impfschutz, also die Verhinderung des Massensterbens, sondern informierten uns erfreut, dass die durch Impfung geschützten Perlhuhn-Küken einen besonders gesunden und agilen Eindruck machen und sich z.B. nicht mehr so leicht von Raubvögeln fangen lassen oder im Sturzregen umkommen.

Wenn ich die Kleinbauern in den Versammlungen fragte, ob ich unseren Spendern berichten kann, sie als Besitzer der Perlhühner seien mit dem Impfschutz sehr zufrieden, erhielt ich meistens erst nach der Übersetzung meiner Frage einen kräftigen Zustimmungs-Applaus.

In einem Dorf sang ein Frauenchor zu unserem Empfang und in einer Pause ein selbst-gedichtetes mehr-strophiges Lied über die großen Erfolge unserer Impfungen, die das Leben im Dorf erheblich und nachhaltig verbessern und erleichtern. Unser Tierarzt gab uns während des Gesangs eine Simultanübersetzung in seiner Muttersprache, Moba. Meine Frau führt in den Dorfversammlungen Protokoll und hat den Text notiert.

Unsere Forschung zur Ursache des Massensterbens der Perlhuhn-Küken

In den Dorfversammlungen berichte ich auch über unsere Forschung seit 2012. Wir hatten damals unserem Dr. Ali mit Spendengeld einen Brutschrank gekauft, um Perlhuhn-Küken auszubrüten. Diese zog er isoliert im Stall mit kommerziellem Futter und sauberem Wasser auf, und im Alter von 6 Wochen starben fast alle. Das brachte uns auf die Idee, dass die Küken von ihren Müttern über das Ei infiziert werden. Mit weiteren Brutschrank-Küken machten wir dann Versuche zur möglichen Prophylaxe mit in Togo verfügbaren Impfstoffen und Medikamenten und stellten fest, dass das Massensterben der Perlhuhn-Küken bei den verwendeten Mitteln nur mit Antibiotika verhindert werden konnte. Also mussten Bakterien die Ursache sein. Wir vermuteten Salmonellen, die dann auch in einem Labor isoliert wurden. Auch so kann man Forschung betreiben und brauchbare Ergebnisse erzielen.

Dann kauften wir Impfstoffe gegen Salmonellen, importierten sie nach Togo und stellten deren Wirksamkeit fest. Um das Massensterben zu verhindern konnten wir erfolgreich Küken impfen, aber auch adulte Perlhühner, deren Küken dann geschützt sind, weil die Eier, aus denen sie geschlüpft waren, weniger oder keine Salmonellen enthielten. Die wirksamen Impfungen bestätigten unsere hypothetischen Forschungsergebnisse. In diesem Jahr impften wir Küken in 4 Dörfern und adulte Perlhühner in 8 Dörfern. Beides schützt die empfindlichen Perlhuhn-Küken.

Die Hygiene in den Dörfern

Wir ließen Salmonellen typisieren, die aus dem Herzblut und dem Knochenmark eines Mittelfußknochens eines Perlhuhn-Kükens isoliert wurden, das mit den typischen Symptomen starb und von mir in Togo seziert wurde. Die ursächlichen Salmonellen gehören zur Enteritidis-Gruppe, die auch von anderen meist gesunden Haustieren mit dem Kot ausgeschieden werden und auch beim Menschen Durchfall verursachen, besonders bei kleinen Kindern, die in den Dörfern Togos auch daran sterben.

Erfolgreicher Kleinbauer mit seinen geimpften Perlhühnern, Hühnern und Enten

Da es in den Dörfern immer noch zu wenig Toiletten gibt, gelangen die Ausscheidungen nicht nur von den Haustieren, sondern auch vom Menschen ins Trinkwasser, wenn keine sauberen Brunnen verfügbar sind. Und so haben noch viele Dörfer in Togo einen ungebremsten Kreislauf von Salmonellen, die nicht nur für Perlhuhn-Küken, sondern auch für die Menschen pathogen sind.

In einigen Dörfern meinten die Kleinbauern, seit Einführung unserer Perlhuhn-Impfungen sei die Häufigkeit von Durchfällen bei kleinen Kindern zurückgegangen. Das kann natürlich auch andere Gründe haben. Immerhin gehören unsere Geflügel-Impfungen zu den Maßnahmen, um in Europa die Salmonellosen beim Menschen zu reduzieren. Nur deshalb wird unser Impfstoff in Deutschland hergestellt und bei uns in Geflügelbeständen eingesetzt, um den Verbraucher gegen Salmonellen-Infektion durch infizierte Eier und Geflügelfleisch zu schützen. Somit verbessern auch wir mit unseren Impfungen in den Dörfern Togos die hygienischen Verhältnisse für die Menschen.

Unser Hauptziel

Das Hauptziel bleibt jedoch, nämlich das Einkommen in den Kleinbauern-Familien zu erhöhen, um ihnen besonders ihre medizinische Versorgung und den Schulbesuch der Kinder zu ermöglichen, aber auch deren eiweißreichere Ernährung zu erreichen. Dieses Jahr haben wir mehrere Dörfer besucht, wo wir vor über 10 Jahren schon die Impfung gegen die Newcastle-Krankheit der Hühner eingeführt hatten und die Kleinbauern jetzt weiterhin dagegen impfen lassen und selber dafür bezahlen. Schon damals hatten uns die Kleinbauern fast angefleht, Ihnen auch beim Massensterben der Perlhuhn-Küken mit damals unbekannter Ursache zu helfen. So sind wir froh, Ihnen nun auch mit dem Impfen gegen die Salmonellen-Septikämie der Perlhuhn-Küken helfen zu können.

Kontrolle der Projektausgaben

Ich habe alle Quittungen und Abrechnungen überprüft und hatte nichts zu beanstanden. In einem Land, in dem der Präsident die Korruption auf allen Ebenen nicht in den Griff bekommt, ist die Ehrlichkeit unserer Projekt-Tierärzte vorbildlich.

Besuche der Präfekten (Landräte)

Wir besuchen jeweils mit einem unserer Tierärzte den für unsere Dorfgruppe regional zuständigen Präfekten, um ihn über unser Projekt zu informieren. Die besuchten Präfekten begrüßen unser Projekt und sind sehr dankbar für die Unterstützung der Kleinbauern. Sie schreiben offenbar jedes Mal einen Bericht über unseren Besuch an ihr Innenministerium in Lomé.

Der deutsche Botschafter in Togo

Diesmal besuchte ich ihn nicht in der Botschaft, sondern er besuchte gemeinsam mit uns eines unserer Dörfer. Er hatte sich ein Dorf aus unserem Programm im hohen Norden in der Savannen Region ausgesucht. Die Kleinbauern waren über sein Kommen sehr beeindruckt und er über die Heftigkeit der "Basisdemokratie" im Dorf. So konnte er unser Projekt hautnah erleben, was wir dann später beim gemeinsamen Abendessen auf Deutsch noch vertiefen konnten. Wir verdanken ihm die Befürwortung unseres Projektantrags für die Jahre 2016 – 2019 beim BMZ, das daraufhin unseren Antrag im Februar für 4 Jahre genehmigte. Insgesamt erhalten wir vom BMZ 70.072 € (75%), wenn unsere Spender 23.357 € (25%) beisteuern. Also kann jede Spenderin und jeder Spender damit rechnen, dass das BMZ die Spenden vervierfacht.

Unser Kontakt mit unserem Botschafter im Dorf führte dazu, dass in allen folgenden sechs Dorfbesuchen in dieser Region ein Gendarm anwesend war, der offensichtlich aufschrieb, was in der Dorfversammlung besprochen wurde, um darüber zu berichten. Sicherheitskräfte sind in Togo vermehrt im Einsatz, besonders in Lomé, wohl wegen der Terrorgruppe Boko Haram. Deren Attacke auf einen Militärposten in Niamey, Niger, keine Flugstunde von Togo entfernt, war wahrscheinlich der Auslöser dafür, und die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen sollen wohl verhindern, dass derartiges auch in Togo passiert.

Die zunehmende Selbstständigkeit unserer Tierärzte

Seit 2013 importieren wir zunächst für Vorversuche die Impfstoffe gegen Salmonellosen für unsere Impfungen der Perlhühner in Togo, seit dem 1. Januar 2016 auch für unser BMZ-Projekt. In jedem der 4 BMZ-Jahre zeigen wir in neuen Dorfgruppen, wie wirksam die Impfungen gegen das Massensterben der Perlhuhn-Küken sind. Ab dem folgenden Jahr sollen sie dann selber dafür bezahlen, kostendeckend für den Impfstoff und die Arbeit der Veterinärhelfer und der Tierärzte. Der Kauf und Import des Impfstoffs sollte dann von einem togoischen Tierarzt vollverantwortlich übernommen werden. Zu unserer großen Freude ist unser Projekttierarzt Dr. Bangue in Cinkassé mit Büro in Lomé, von seinem Tierarzt-Sohn geleitet, dazu bereit, so dass wir nur noch für unser BMZ-Projekt für den Kauf und die Einführung der Impfungen zuständig sind und die Fortsetzung in den Jahren danach voll in togoischer Verantwortung liegen wird. Wir sind glücklich, dass wir dieses Ziel erreicht haben und wünschen unseren 4 Kollegen viel Erfolg auf diesem Weg in eine zunehmende finanzielle Selbstständigkeit. Unser Projekt bringt eine echte Hilfe zur Selbsthilfe, die hoffentlich lange Bestand haben wird.

Unser Dank an unsere Spender und Mitglieder und an das BMZ

In allen Dorfversammlungen habe ich darauf hingewiesen, dass wir ein Viertel der Projektfinanzierung unseren privaten Spendern verdanken und nur deshalb das BMZ bereit ist, drei Viertel der Kosten zu tragen. Unseren Spendern und dem BMZ danken wir herzlich für die großartige Unterstützung.

Namentlich möchte ich in Togo unseren vier Projekttierärzten für ihren Einsatz im Projekt und für ihre Ehrlichkeit ganz herzlich danken:
Dr. Ali, Mango, Région des Savanes, Projektleiter, Studium in Dakar,
Dr. Bangue, Cinkassé, Région des Savanes, Leiter der NGO EPR, Studium in Dakar,
Dr. Kouagou, Niamtougou, Région Kara, Studium in Moskau,
Dr. Ayidi, Blitta-Gare, Région Centrale, Studium in Kiev.

In Wülfrath möchte ich namentlich besonders meiner Frau und damit auch unserer Schriftführerin Patricia Karbe, unserem Kassenführer Alfred Laustroer, unserem Ehrenmitglied Rüdiger Theis und Fany Christern für unermüdlichen und erfolgreichen Einsatz für unsere Togo-Projekte seit 1999 ganz herzlich danken.

v. l: Dr Kouagou, Dr Ali, Dr Ayidi, Eberhard und Patricia Karbe und Dr. Bangue

Gemeinsam gelingt es uns, vielen armen Kleinbauernfamilien in Togo eine dauerhafte deutliche Verbesserung ihres Einkommens und ihrer Ernährung zu ermöglichen. Wir verschenken kein Geld, sondern demonstrieren, wie sie mit modernen Methoden und eigenem Engagement ihr Leben verbessern können. Unser direktes und privates Vorgehen entspricht unserem Weltbild und vermindert erheblich die Sorgen und Nöte bei Menschen, die ohne eigenes Verschulden noch in Notlage leben.

Mit den besten Wünschen für eine geruhsame Adventszeit und frohe Festtage sowie für Frieden im Neuen Jahr auf unserer einmaligen und wunderbaren aber immer enger werdenden Erde.

Ihr/Euer Eberhard Karbe

 

 

 

Im April 2016

 

Liebe Mitglieder, Spender und Togo-Freunde!

Ganz herzlichen Dank für die finanzielle Unterstützung, die uns hilft, den unverschuldet armen Kleinbauern in Togo zu zeigen, wie sie bei der traditionellen Aufzucht auch ihrer Perlhühner viel mehr verdienen können, wenn sie durch Impfungen der Tiere deren Massensterben verhindern können.

Mit großer Freude möchte ich berichten, dass unser deutsches Entwicklungshilfe-Ministerium BMZ entsprechend unserem Antrag für die Jahre 2016 – 19 unseren Einsatz in Togo unterstützt. Von den Gesamtkosten von 93.429 € zahlt das BMZ 70.072 € (75 %) unter der Bedingung, dass unsere Spender 23.357 € (25 %) beisteuern. Damit hat auch jeder Spender die Genugtuung, dass seine Spende vom BMZ vervierfacht wird.

In den 4 Jahren wollen wir mit 4 togoischen Tierärzten und über 200 eingearbeiteten Veterinär-Helfern in über 50 Dorfgruppen eine arme Bevölkerung von ca. 20.000 Togoern unterstützen, indem wir ihnen zeigen, dass man mit Impfungen von Perlhühnern deren Massensterben verhindern kann.

Nach dieser Einführung durch unser Projekt und Ihre Unterstützung bezahlen die Kleinbauern anschließend selber für die Impfungen aus den Einnahmen von dem nun deutlich erhöhten Perlhuhn-Verkauf. Dadurch können fleißige Kleinbauern ihre Bar-Einnahmen verdoppeln, solange sie für die Impfungen weiterhin bezahlen. Dieser Erfolg ist möglich, obwohl wir mit Ihrer Hilfe einmalig nur 5 € pro betroffenem Dorfbewohner investieren.

Jeder Beitrag und jede Spende an unseren Verein trägt dazu bei, den armen Kleinbauern in Togo (2/3 der Bevölkerung) zu ermöglichen, einen höheren Lebensstandard zu erzielen. Wenn das uns Europäern nicht im größeren Maßstab gelingt, droht uns in den nächsten Jahrzehnten ein Ansturm von Armutsflüchtlingen aus Afrika, der den Flüchtlingsstrom 2015 bei Weitem übertreffen würde. Da unsere Regierungen bisher versäumt haben, brauchbare Maßnahmen gegen illegale Einwanderung zu planen, geschweige denn umzusetzen, wird diese voraussehbare globale Migration besonders von der schnell wachsenden Bevölkerung Afrikas nach Europa dann bald nicht mehr friedlich zu verhindern sein. Insofern ist der jetzige "friedliche" Ansturm der Kriegsflüchtlinge ein Segen, weil dadurch unsere Regierungen in Europa im "Kleinen" endlich erkennen, dass sie etwas unternehmen müssen, und zwar gemeinsam mit anderen europäischen Staaten. Vor allem fehlen größere wirksame präventive Maßnahmen zur Hebung des afrikanischen Lebensstandards gegen eine zu erwartende Massenmigration von armen Afrikanern in unser jetzt noch reiches und sicheres Europa.

Von links: Unser Tierarzt Dr. Ali, sein Tierarzthelfer und ein Kleinbauer im Norden Togos mit seiner erfolgreichen Aufzucht von Hühnern und Perlhühnern, die er den von uns eingeführten Impfungen verdankt

Die menschlichste und kostengünstigste Maßnahme, die auch unserem Weltbild entspricht, ist die private direkte Entwicklungshilfe zwischen Menschen in Deutschland/ Europa und Menschen in Togo/Afrika, ohne teure zwischengeschaltete bürokratische und korrupte Behörden, wie wir das erfolgreich seit 16 Jahren gemeinsam betreiben.

In diesem Sinne mit Optimismus und ganz herzlichem Dank und Gruß


Ihr Eberhard Karbe

 

 

 

Im November 2015

 

Liebe Mitglieder, Spender und Togo-Freunde!

Vom 1. bis 16. November 2015 waren meine Frau und ich wieder in Togo, um die Ergebnisse nach verschiedenen Methoden der Perlhuhn-Impfung durch unsere togoischen Tierärzte in 15 Dörfern im jetzt auslaufenden Jahr 2015 auszuwerten. Da ist wichtig zu wissen, dass wir Salmonellen als Ursache für die massive Todesrate bei Perlhuhn-Küken in Togo diagnostiziert hatten und die Küken vor allem über das Ei von der Mutter infiziert werden. Man kann die Krankheit verhindern, wenn man die Küken impft, aber auch, wenn man die Eltern impft. Entsprechend hatten wir mit unseren drei Tierärzten das Impfprogramm für 2015 zusammengestellt. Auf der Basis der Ergebnisse kam nun das Impfprogramm für 2016 zustande.

Zuerst besuchten wir den dortigen Projektleiter, Dr. Ali in Mango, Savanes Region, und fünf seiner Dörfer, in denen vor allem Elterntiere geimpft wurden, was das Auftreten der Krankheit bei deren Küken verhinderte. Die Kleinbauern sind von den erfolgreichen Impfungen begeistert. Mit Dr. Ali besuchten wir Dr. Bangue in Cinkassé, auch in der Savanes Region, der schon seit 2012 unsere Medikamente und Impfstoffe nach Togo importierte. Er ist Leiter der NGO EPR, mit der wir nun zusammenarbeiten, weil das BMZ eine togoische NGO verlangt, wenn es uns finanziell unterstützt. Dr. Bangue wird auch wie unsere anderen drei Tierärzte ab Januar 2016 in einigen unserer Projekt-dörfer die Impfungen einführen.

In Mango trafen wir uns mit dem Vize-Präsidenten Dr. Kao der FNAET, eine Züchter-Organisation für ganz Togo. Sie soll uns in Zukunft helfen, unsere Impferfolge bekannt zu machen, damit möglichst viele Züchter in Togo in deren Genuss kommen. Mit dem gleichen Ziel wollen wir eine Beschreibung der Perlhuhn-Krankheit und unserer Impfmethoden vorbereiten und drucken lassen.

In der zweiten Woche waren wir zuerst unterwegs mit Dr. Kouagou in der Kara Region, danach mit Dr. Ayidi in der Centrale Region, und besuchten mit jedem mehrere Dörfer, wo ausschließlich Perlhuhn-Küken geimpft wurden. Auch hier wunderbare Impferfolge und große Begeisterung bei den Kleinbauern in Dorf-Versammlungen.

Dorf-Versammlung in der Schule von Tchoré, Kara Region

Jeder der drei Tierärzte machte die Kostenabrechnung für seine Impfaktionen wieder selbst. Dabei gab es auch diesmal keine Probleme. In einem Land, in dem Funktionäre sich persönlich auf Kosten der Staatskasse massiv bedienen, ist die Ehrlichkeit und Bescheidenheit unserer drei Tierärzte besonders beachtlich.

Für die Jahre 2016 – 2019 habe ich schon vor Monaten einen Antrag zur finanziellen Unterstützung beim BMZ gestellt. Aber schon seit dem Spätsommer hat das BMZ seine Bearbeitungstermine immer wieder verschoben, angeblich wegen der Flüchtlingskrise in Deutschland. Und so müssen wir davon ausgehen, dass über unseren Antrag erst im nächsten Jahr entschieden wird.

Aber so lange wollen wir nicht warten. Wir werden mit unseren Spendengeldern in Vorleistung gehen und den Impfstoff Anfang Januar kaufen und mit den Impfungen noch im Januar wie geplant in 10 Dörfern beginnen.

Wenn das BMZ den Antrag dann akzeptiert, würde es auch rückwirkend 75 % der Impf- und Weiterbildungskosten sowie des Impfstoffpreises für 52 Dorfgruppen für 4 Jahre übernehmen, wenn unsere Spender 25 % der Kosten bezahlen. Wenn das BMZ unseren Antrag ablehnt, werden wir hoffentlich mit zusätzlichen neuen Spendengeldern das Impfprogramm des ersten Jahres (2016) auch ohne BMZ-Hilfe wie geplant durchziehen, aber im zweiten Jahr (2017) die Zahl der geplanten 14 Dörfer möglicherweise reduzieren müssen (je nach Spenden-Überweisung).

Dorf-Szene mit Perlhühnern

Am ersten und letzten Tag in Togo besuchte ich den deutschen Botschafter in Lomé. Das war deshalb besonders wichtig, weil er kürzlich erst nach Togo kam. Er wird unseren Antrag vom BMZ zur Beurteilung erhalten. Und so konnte ich ihn über unsere Aktivitäten informieren und eine Kopie unseres Antrags überreichen. Er fährt am 1. Dezember nach Nadoba im Norden Togos, um ein neues Schulgebäude für die weiterführende Schule dort einzuweihen, das unser Tierarzt, Dr. Kouagou beim BMZ beantragt hatte. Der Botschafter interessiert sich für unsere Projekte und so wird er evtl. unser Hühner-Projekt in Nadoba besichtigen, das dort unter Leitung von Dr. Kouagou seit 2001 selbständig weiter läuft.

Die zunehmende Zahl von Armutsflüchtlingen weist darauf hin, dass es nicht genügend Projekte gibt, die sich wie wir engagieren, den Kleinbauern in Entwicklungsländern (etwa 2/3 der dortige Bevölkerung) zu zeigen, wie sie mit einfachen Methoden ihr Einkommen selbständig und nachhaltig verbessern können. Wir sind froh, mit unseren Aktivitäten genau das in Togo zu erreichen.

Dankbarer Perlhuhn-Züchter mit seinen 5 Kindern (plus 1 kleiner Neffe)

In jeder Dorfversammlung informiere ich die Kleinbauern, dass unsere Freunde und Freundesfreunde in Deutschland als großzügige private Spender unsere Initiative und Hilfe erst ermöglichen. Und so danken wir hiermit unseren treuen Mitgliedern und Spendern sehr herzlich für die großartige finanzielle Unterstützung, die wir seit Jahren erhalten haben.

Mit den besten Wünschen für eine geruhsame Adventszeit, frohe Festtage und alles Gute im Neuen Jahr


Ihr Eberhard Karbe

 

 

 

Im November 2014

Liebe Mitglieder, Spender und Togo-Freunde!


Vom 2. bis 16. November 2014 waren meine Frau und ich wieder in Togo, um mit "unserem" Tierarzt Dr. Awana Ali in der nördlichen Region Savanne vor allem seine Versuchsergebnisse mit Perlhuhn-Küken und unser weiteres Vorgehen zu besprechen. Schon 2013 konnten wir durch unsere Untersuchungen feststellen, dass das dortige Massensterben bei Perlhuhn-Küken von Salmonellen verursacht wird. Inzwischen haben wir zwei Impfstoffe erstmals nach Togo importiert mit dem Ziel, das Massensterben zu verhindern. Diese Impfungen von Perlhuhn-Küken wurden von Dr. Ali und seinen Veterinärhelfern in 10 Dörfern durchgeführt. Wir haben nun gemeinsam mit Dr. Ali diese 10 Dörfer und ein Kontrolldorf besucht und in Versammlungen mit den Kleinbauern die Ergebnisse besprochen.
Bei beiden verwendeten Impfstoffen verhinderte eine zweifache Impfung bei 1495 bzw. 1750 Perlhuhn-Küken das Massensterben vollständig, während eine Einmal-Impfung bei 1778 Tieren das Massensterben in einigen wenigen Einzelfällen wohl nicht verhinderte. In zwei nicht geimpften Kontroll-Dörfern betraf das Massensterben jedoch 672 von 1138 Tieren (59%) in nur 57 Tagen sowie 83 von 127 Tieren (65%) in nur 52 Tagen.


Weiße Perlhuhn-Küken mit ihrer Henne, die sie ausgebrütet hat und besser führt als Perlhuhn-Mütter

Nun muss man berücksichtigen, dass oben genannte Küken ihre erste Impfung im möglicherweise optimalen Alter von zwei Wochen erhielten. Beim geplanten routinemäßigen Impfen ganzer Dörfer im Abstand von einem Monat hätten die Küken jedoch ein Alter von
1 - 30 Tagen oder auch mehr, was den Erfolg beeinflussen könnte. In weiteren Versuchen wollen wir das im kommenden Jahr untersuchen, dann auch gleichzeitig sowohl die Ein- und Zweimal-Impfungen als auch beide Impfstoffe direkt miteinander vergleichen.
Diese Versuche werden 2015 von Dr. Ali in der Region Savanne, aber auch von Dr. Kouagou in der Region Kara und Dr. Ayidi in der Region Centrale durchgeführt. Auch mit ihnen haben wir die Versuchsdurchführung persönlich vor Ort besprochen. Alle drei Tierärzte hatten schon in unseren früheren Hühner-Projekten von 2000 bis 2013 sehr erfolgreich mitgearbeitet. Die 2015 erwarteten Ergebnisse sollen uns die Basis liefern, Routine-Impfungen für 2016 zu planen und Zuschüsse beim BMZ zu beantragen, wie wir das über fünf Jahre bei unseren früheren Hühner-Projekten realisieren konnten, die ja die Weltbank in Kooperation mit der togoischen Regierung vor zwei Jahren übernahm.

 

Gesunde graue und weiße Perlhühner lassen sich in Togo immer sehr gut verkaufen


Der gute Impfschutz bei den bisherigen Versuchen mit Perlhuhn-Küken macht uns zuversichtlich, allerdings müssen wir für die zukünftigen Routine-Impfungen die Kosten moderat halten, damit die Kleinbauern nach Einführung und nach dem Ende der Finanzierung durch uns dann selber die Impfungen aus dem erhöhten Perlhuhn-Verkauf bezahlen können, so dass diese zum Selbstläufer werden.
Die Projektkosten für 2013 hatten wir schon voriges Jahr abgerechnet und beglichen, aber die Quittungen erst diesmal mitgebracht (2013 waren wir nicht in Togo). Meine dortige Überprüfung der Finanzen an Hand aller Quittungen und der Bankauszüge ergab keine Probleme. Einen Großteil der Quittungen von 2014 haben wir ebenfalls abgeholt, die Endabrechnung soll noch im Dezember erfolgen.
Wie üblich besuchte ich gleich am ersten Tag nach meiner Ankunft in Togo den deutschen Botschafter, den ich über unsere Tätigkeit in Togo und unsere Zukunftspläne informierte. Er sagte zu, unseren BMZ-Antrag 2015 zur finanziellen Unterstützung unserer Projekte zu befürworten. Er nahm meine Anwesenheit in Togo zum Anlass, um weitere deutsche Experten auf unserem Fachgebiet an meinem letzten Werktag in Togo in seine Residenz zum Essen einzuladen, um unsere Entwicklungshilfe-Vorhaben zu diskutieren.
Seit unserem letzten Togo-Besuch vor 2 1/2 Jahren sind in Togo Fortschritte zu erkennen, besonders sichtbar im Straßenbau und in Lomé bei der Müllbeseitigung, aber auch sonst. Die große Masse der armen Bevölkerung in den etwa 2000 Dörfern macht jedoch wenig Fortschritte ihren Lebensstandard zu verbessern, was unseren Projekten für die Kleinbauern in den bisher von uns unterstützten 179 Dörfern entsprechend mehr Gewicht und Bedeutung gibt.
Der jetzige Präsident in Togo hat eine eigene Partei gegründet, sich von dem Einfluss der Funktionäre seines Vaters etwas befreit und seinen Halbruder Kpadja wegen eines Putschversuchs auf legalem Weg für 20 Jahre ins Gefängnis gebracht. Der kürzliche Putsch in Burkina Faso regt in Togo nicht zum Nachmachen an. Der Präsident wird in Togo ziemlich sicher 2015 wiedergewählt, aber die Wahl an sich beunruhigt heute schon die Bevölkerung.
Togo ist noch lange kein Rechtsstaat, bewegt sich aber recht langsam in diese Richtung und die deutsche Regierung unterstützt dies und die Demokratisierung mit einem Dezentralisierungs-Projekt. Uns ist dieses Mal aufgefallen, dass die Menschen nicht mehr Angst haben, in der Öffentlichkeit über Politik zu sprechen. Das entspannte Klima tut ihnen sichtlich gut. Der jetzige Präsident hatte nach seiner Wahl 2005 nach dem plötzlichen Tod seines Vaters und Vorgängers angeblich Tausende Inland-Spione entlassen. Unsere DDR
lässt grüßen.


Eberhard und Patricia Karbe mit Geflügel-Händler mit einer Holzkiste voll eingekaufter Perlhühner


Der Händler im Bild sagte uns, dass importierte Hühnerteile aus Europa sein Geschäft nicht behindern würden, weil viele Afrikaner deren wässriges Fleisch nicht mögen und das "vitaminreiche" Dorfgeflügel dem Fleisch aus Massentierhaltung vorziehen.
Abschließend möchte ich ganz herzlich auch anlässlich unseres 15-jährigen Jubiläums allen Mitgliedern und Spendern für die finanzielle Unterstützung danken, die unsere Hilfe für die Kleinbauern in Togo erst möglich macht. Besonders danken möchte ich drei Spendern, die meine Reisekosten nach Togo gespendet haben; und so kann ich weiterhin allen anderen Spendern versichern, dass ihre Spenden zu 100 % den Kleinbauern in Togo direkt zugutekommen. Die Reisekosten meiner Frau Patricia bezahlen wir weiterhin privat.
Übrigens sagte mir Patricia vor der Togo-Reise, dass dies nun für sie das letzte Mal sei, dass sie mitkäme. Doch durch die vielen positiven Erfahrungen mit den freundlichen und dankbaren Togoern während unserer zwei Wochen in Togo änderte sie zum Glück ihre Meinung, zumal wir voraussichtlich nächstes Jahr in Togo die wichtigen Entscheidungen treffen werden, mit welchen Impfmethoden wir die finanzielle Situation und die Ernährung der kleinbäuerlichen Familien in vielen Dörfern in den darauffolgenden Jahren deutlich und nachhaltig verbessern können. Und so werden wir voraussichtlich beide nächstes Jahr wieder nach Togo reisen.
Mit herzlichem Dank und Gruß
Ihr/Euer Eberhard Karbe

Langendorfer Str. 17, 42489 Wülfrath
Tel. 02058-87998, Fax: 02058-80392, eberhard.karbe@t-online.de
Spendenkonto: Hilfe für Kleinbauern in Togo e.V., Kreissparkasse Düsseldorf in 42489 Wülfrath,
Konto-Nr. 3 567 229, BLZ: 301 502 00, gültig bis 31.1.2016, Alternativ IBAN: DE47301502000003567229

 

 

Im November 2013


Liebe Mitglieder und Spender,
letztes Jahr hatten wir Sie informiert, dass die Weltbank 2012 begann, die togoische Regierung auf dem Gebiet der Landwirtschaft finanziell zu unterstützen. Ein wichtiger Aspekt betraf die Verbesserung der Hühnerproduktion bei den Kleinbauern durch Impfen gegen die tödliche Newcastle-Krankheit in 2.000 Dörfern. Damit übernahm die Weltbank praktisch unsere entsprechenden Aktivitäten, die wir deshalb im Frühsommer 2012 in unseren 169 Dörfern zum erfolgreichen Abschluss brachten.
Dadurch wurden bei uns Kapazitäten frei. Und so konnten wir uns endlich einem anderen Problem zuwenden, dem Massensterben der Perlhuhn-Küken unbekannter Ursache. Während unserer Dorfbesuche hatten uns die Kleinbauern seit Jahren darum gebeten, ihnen bei der Lösung dieses Problems zu helfen, wie wir ihnen mit der Verhinderung eines Massensterbens bei Hühnern seit über 10 Jahren nachhaltig geholfen hatten.
Und so beschlossen wir gemeinsam mit "unserem" Tierarzt Dr. Jérôme Awana Ali, der unsere Hühner-Projekte in der Region Savanne im Norden Togos betreut hatte, die Ursache des Massensterbens der Perlhuhn-Küken zu finden, um dann prophylaktische Maßnahmen gegen diese Krankheit in den Dörfern einführen zu können.

Perlhühner legen in Togo Eier von März bis August. Das Bebrüten eines Geleges dauert einen knappen Monat. Das Massensterben erleiden die Küken besonders im Alter von 6 Wochen, so dass wir erst jetzt im November die Ergebnisse unserer Untersuchungen zum großen Teil kennen und berichten können. Die Ergebnisse weisen auf eine bakterielle Ursache hin. Einen dazu passenden Impfstoff konnten wir in Deutschland kaufen und bereits in Togo versuchsweise einsetzen. Erste vorläufige Ergebnisse zeigen eine Schutzwirkung.

Im kommenden Jahr werden wir uns zuerst um eine Bestätigung unserer bisherigen Ergebnisse bemühen. Danach werden wir ggf. dazu passende Pilot-Impfungen in bekannten ausgewählten Dörfern vornehmen. Wir werden deshalb im kommenden Jahr kaum dazu kommen, schon Routine-Impfungen in vielen Dörfern einzuführen, was in unserem ursprünglichen Zeitplan auch noch nicht vorgesehen war. So werden aller Voraussicht nach erst im Jahr 2015 in zahlreichen neuen Dörfern die Routine-Aktivitäten beginnen können. Dazu sind auch neue Veterinärhelfer einzuarbeiten. Wegen der 2015 anfallenden hohen Kosten soll beim BMZ ein Zuschussantrag gestellt werden. Wir sind zuversichtlich, dass die bis dahin entstehenden Aufwendungen und die vom BMZ erwarteten Eigenmittel voll mit unseren Rücklagen und weiteren Spenden gedeckt werden können.
Wir sind froh schon nach unserer ersten Perlhuhn-Saison über erste vorläufige Ergebnisse berichten zu können. Wir hoffen nächstes Jahr prophylaktische Maßnahmen zu erarbeiten, die 2015 eingesetzt werden können, um das Massen-sterben der Perlhuhn-Küken zu verhindern. Damit könnten dann die Kleinbauern ihr Einkommen in ihren Dörfern wesentlich steigern, und unsere Spender könnten damit direkt die Armut in Afrika bei vielen Menschen nachhaltig bekämpfen, wohl das wichtigste Ziel der Entwicklungshilfe.

Wir danken Ihnen sehr herzlich für Ihre Unterstützung und wünschen Ihnen eine besinnliche Adventzeit, frohe Weihnachten und schon jetzt alles Gute im Neuen Jahr.


Ihr Eberhard Karbe

 

 

Im November 2012

Liebe Mitglieder und Spender!
Nach unserem Togo-Besuch im März berichteten wir Ihnen im April von den neuen Plänen der Weltbank, die togoische Regierung finanziell zu unterstützen, den Kleinbauern bei der Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion zu helfen, insbesondere bei der traditionellen Aufzucht von Hühnern. Mit den Aktivitäten wurde inzwischen begonnen. Sie konzentrieren sich wie in unseren Projekten der letzten 13 Jahre auf das Impfen der Hühner gegen die tödliche Newcastle-Krankheit, jetzt auch mit dem hitzetoleranten Impfstoff, den wir vor einigen Jahren als Erste gegen einigen Widerstand von Seiten der Regierung in Togo eingeführt hatten.


Die Weltbank als Nachfolger für unsere bisherige Entwicklungshilfe in Togo
Wir sind begeistert, in der Weltbank einen so finanzstarken Nachfolger bekommen zu haben, der den Kleinbauern in 2000 Dörfern helfen will, während wir mit Ihren Spenden in insgesamt "nur" 169 Dörfern mit einer Bevölkerung von über 200.000 Einwohnern die Einkommen wesentlich und nachhaltig verbessern konnten. Das ist eine stolze Bilanz für unseren kleinen Verein; die Erfolge haben Sie mit Ihren Spenden ermöglicht. Dafür möchte ich mich bei Ihnen ganz herzlich bedanken. Sie können sicher sein, dass Sie mit Ihrem Geld in Togo sehr viele arme Kleinbauern in der Lage versetzt haben, die Ernährung ihrer Familien, den Schulbesuch ihrer Kinder, die medikamentöse Behandlung ihrer Kranken und vieles andere im täglichen Leben erheblich und nachhaltig zu verbessern. Dies ist eine echte Hilfe zur Selbsthilfe, denn "unsere" Kleinbauern lassen ihre Hühner von "unseren" Veterinärhelfern mit dem Impfstoff von "unseren" Tierärzten ohne unser Zutun weiterhin impfen und können mit den größeren Einnahmen vom verstärkten Hühnerverkauf die Impfkosten jetzt und hoffentlich noch viele Jahre selber bezahlen. Nochmals allerbesten Dank für Ihre großzügigen Spenden, die das ermöglicht haben.


Weiterbildungs-Seminare für unsere 340 Veterinärhelfer

Um der so wichtigen Nachhaltigkeit abschließend einen Schub zu geben, führen unsere Tierärzte im Januar in allen 5 Regionen Togos für "unsere" 340 Veterinärhelfer Weiterbildungs-Seminare durch, bei denen besonders die neueren Impfmethoden Berücksichtigung finden. Für die Seminare wird unser 2007 geschriebenes Ausbildungsbuch für Veterinärhelfer von unseren Tierärzten zurzeit aktualisiert und vor den Seminaren für die 340 Veterinärhelfer in neuer Auflage gedruckt. Mit den Seminaren finden unsere Projekte zur Förderung der traditionellen Hühnerproduktion nach 13 Jahren intensiver Entwicklungshilfe ihren Abschluss. Nun wünschen wir Togo und der Weltbank in ihrem neuen Projekt ähnlich gute Erfolge, wie wir sie bei unserer Kooperation mit Togoern erleben durften.


Unser neues Projekt zur Verbesserung der Aufzucht von Perlhühnern

Mit dem Abschluss obiger Aktivitäten werden bei uns Valenzen frei für neue Aufgaben in Togo. Anlässlich unserer Dorfbesuche in der nördlichen Hälfte Togos haben uns die Kleinbauern immer wieder gebeten, etwas gegen die hohe Sterberate ihrer Perlhuhn-Küken zu unternehmen. Unser Tierarzt in der nördlichsten Savannen-Region, Dr. Ali, war besonders an diesem Problem interessiert. Um für Versuche Perlhuhn-Küken produzieren zu können, haben wir ihm 2011/2012 einen Brutschrank für 500 Perlhuhn-Eier finanziert. In ersten Testläufen in Eigeninitiative hatte auch er trotz einiger prophylaktischer Maßnahmen hohe Sterberaten bei den Perlhuhn-Küken zu beklagen. Mit ihm zusammen planen wir nun Untersuchungen, die Todesursachen zu finden, um dann wirksame prophylaktische Maßnahmen gegen das Küken-Sterben zu etablieren, die nach Bestätigung ihrer Wirksamkeit in Feldversuchen allen Kleinbauern mit Perlhühnern zugutekommen sollen. Unser Vorgehen wird dadurch erschwert, dass es in Togo kein Labor gibt, das virologische, bakteriologische und parasitologische Untersuchungen am Geflügel durchführt. Außerdem verwesen gestorbene Tiere bei über 40 °C im Schatten sehr schnell, was Untersuchungen erschwert. Trotzdem hoffen Dr. Ali und ich, in Versuchen bei Verwendung von Impfstoffen und Medikamenten eine Lösung zu finden, die letztendlich allen Kleinbauern mit Perlhühnern in Togo zugutekommt. Natürlich muss die Lösung sehr preiswert sein, damit die Kleinbauern sie nach Etablierung selber bezahlen können mit dem verstärkten Erlös durch den Verkauf von Perlhühnern und Eiern.

Domestizierte Perlhuehner im Norden Togos

Das Perlhuhn stammt aus Afrika und so ist es hervorragend angepasst an das tropische Klima und Umfeld, auch das domestizierte Perlhuhn, dem die Haustierhaltung jedoch gesundheitliche Probleme bringt. Es liefert schmackhaftes Fleisch und legt viel mehr Eier als das afrikanische Haushuhn, wenn sie traditionell gehalten werden, sich ihr Futter also weitgehend selber in Dorf und Feld suchen. Es verwundert nicht, im heißen trockenen Norden mehr Perlhühner in den Dörfer anzutreffen als im feuchten, etwas weniger heißen Süden. Trotzdem haben die Kleinbauern im Norden auch immer Hühner, weil sie die Hennen zum Ausbrüten und Bemuttern der Perlhuhn-Küken bevorzugen. Huhn-Hennen sind bessere Mütter als Perlhuhn-Hennen, die weniger gut domestiziert sind und sich mit den Küken weiter vom Dorf entfernen, wo Küken eher von Raubtieren, Raubvögeln und Schlangen gefangen werden.

Haushuhn-Henne mit Perlhuhn-Kuecken

Die Situation der Kleinbauern im Norden Togos
Im trockenen Norden Togos sind die Ernten kärglicher als im Süden. Deshalb sind die Kleinbauern dort ärmer und mehr an der Tierzucht interessiert als im Süden. Das zeigte sich auch bei unseren Maßnahmen zur Verbesserung der Hühnerproduktion, die im Norden erfolgreicher waren. Mit dem nun beginnenden Perlhuhn-Projekt finden wir im Norden die idealen Voraussetzungen in zweierlei Hinsicht, weil wir dort 1. die engagierteren Tierzüchter vorfinden, gleichzeitig aber auch 2. die ärmeren Kleinbauern, die unsere Unterstützung am nötigsten haben. Zusätzlich schätzen wir das Glück, dass unser Landtierarzt Dr. Ali sich besonders für die Sterblichkeit der Perlhuhn-Küken interessiert und sich auch sonst wissenschaftlich engagiert; er schreibt eine Magister-Arbeit an der Universität Lomé mit dem Thema: Nachhaltigkeit von Entwicklungshilfeprojekten. Und so wird jeder Spender sofort erkennen, dass unter diesen Gegebenheiten seine Spenden eine optimale Wirkung bringen sollten.

Dier Tieraerzte Dr. Eberhard Karbe und Dr. Awana Jerome Ali im Maerz 2012

Abschluss und Neuanfang
Man sagt: Jedes Ende gibt Raum für einen Neuanfang. So auch hier: Das Perlhuhn-Projekt. Unsere große Erfahrung mit der ländlichen Situation in Togo wird uns sehr helfen, auch hierbei erfolgreich zu sein. Es handelt sich ja nicht um einen echten Neuanfang, sondern um eine Fortsetzung auf einem ähnlichen Gebiet im selben Land, aber mit neuen Problemen, die wir innerhalb weniger Jahre lösen wollen, um den ärmsten Kleinbauern im Norden Togos die Chance zu geben, ihr Einkommen und ihre Ernährung zu verbessern.


Nochmals sehr herzlichen Dank für Ihre treue Unterstützung und mit den besten Grüßen,
Ihr Eberhard Karbe


Maerz 2012


Bericht über unseren Besuch in Togo vom 3. - 30. März 2012

Liebe Mitglieder und Freunde unseres Vereins!
Verbesserung der traditionellen Hühnerproduktion
In Togo erfuhren meine Frau und ich von unseren togoischen Tierärzten eine erfreuliche Neuigkeit: Ihre Regierung hatte sie informiert, dass die Weltbank in Togo die Verbesserung der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelsicherheit finanziell unterstützen will einschließlich die traditionelle Hühnerproduktion. Im Lomé-Büro der Weltbank erfuhren wir dann, dass sie für ganz Togo genau das erreichen will, was wir bezüglich Hühnerproduktion in den letzten 12 Jahren in 169 Dörfern ermöglicht haben. Mit den Aktivitäten soll bald begonnen werden. Die Finanzierung orientiert sich an den Fortschritten. Somit bietet sich für uns die reale Möglichkeit eines fließenden Übergangs von den von uns finanzierten Aktivitäten zu denen, die die Weltbank unterstützt, und zwar innerhalb weniger Jahre.
Mit folgenden Maßnahmen haben wir praktisch die Weltbank-Aktivitäten vorbereitet:
1) Als Erste haben wir schon Anfang 2009 den thermotoleranten Impfstoff gegen die Newcastle-Krankheit der Hühner nach Togo importiert und verwendet.
2) Die neuen Impfmethoden haben wir etabliert und erfolgreich eingesetzt.
3) Dabei wurden die neuen Methoden gelernt und optimiert bei unseren 4 togoischen Tierärzten, bei deren zahlreichen Veterinärassistenten und über 30 Veterinärhelfern.
4) Damit haben wir eine gute Basis geschaffen für die Ausbildung der 2000
Veterinärhelfer, die die Weltbank für 2000 Dörfer finanzieren will.
5) Mit dem Bau von ca. 2500 Hühnerhütten in 169 Dörfern in allen 5 Regionen Togos über 12 Jahre haben wir Erfahrung gesammelt mit mehreren Modellen, an denen sich das Weltbank-Projekt orientieren kann.
In 12 Jahren waren wir in der Lage den Kleinbauern in 169 Dörfern zu helfen und hatten damit
7 % unserer Zielgruppe in Togo erreicht. Bei unserem Tempo mit unseren finanziellen Mitteln hätten wir auch in 100 Jahren nicht allen Dörfern helfen können. Und so sind wir froh, dass die finanzstarke Weltbank nun einspringen will und wir das vorbereiten konnten. Noch wichtiger erscheint uns jedoch die von uns geleistete direkte Hilfe in 169 Dörfern mit einer Einwohnerzahl von über 200.000 Einwohnern. Herzlichen Dank an alle Mitglieder und treuen Spender!
Das vom BMZ genehmigte Fischzuchtprojekt in Blakpa
Die Genehmigung erhielten wir am 9. Februar. Wir schickten die Projektbeschreibung und den Vertragstext-Entwurf auf Französisch nach Blakpa und zur ausführenden NGO in Kpalimé (nahe Blakpa). Die Vertragsabsprache und die Unterschriften waren für den 9. März in Kpalimé vorgesehen.
Vor unserem Abflug telefonierte ich mit deutschen Fischzuchtexperten und erfuhr, wie groß
die Frischwasserzufuhr für die Aufzucht von Tilapia-Fingerlingen in unserem Fall sein muss.
Der togoische Fischzuchtexperte und NGO-Chef für das Blakpa-Projekt, Herr Adzessi hatte
mir mehrfach versichert, die Wasserzufuhr in Blakpa sei für das Projekt völlig ausreichend,
er nannte aber keine Zufluss-Rate in Liter pro Sekunde. Und so fuhren wir am 5.3. nach Voranmeldung nach Blakpa, um die Zufluss-Rate zu messen. Sie betrug nur 2/3 l/sec, nach dem deutschen Experten viel zu wenig.
Am 9.3. fuhren wir zur anberaumten Sitzung nach Kpalimé, zu der ich einen anderen mir bis dato unbekannten togoischen Fischzuchtexperten eingeladen hatte. Er bestätigte die Ansicht, es gäbe für das Projekt zu wenig Wasserzufluss. Herr Adzessi sagte nichts mehr. Alle anderen waren der Meinung, das Projekt nicht durchzuführen, da beim geringen Wasserzufluss die Frauengruppe, für die das Projekt konzipiert war, nicht genug verdienen würde. Die NGO von Herrn Adzessi und die Baufirma für die Fischbecken wären die Gewinner gewesen, die Frauen in Blakpa, die eigentliche Zielgruppe, die Verlierer.
Bei einem Besuch beim deutschen Botschafter in Lomé am 26.3. informierte ich ihn über den Projektstopp in Blakpa und teilte ihm mit, das Wasser in Blakpa würde wohl ausreichen für eine Bewässerungsanlage für Gemüseanbau, den die Frauengruppe auch durchführen wolle. Dies sei ökonomisch sinnvoll mit guter Aussicht auf Nachhaltigkeit. Er meinte, seine Botschaft finanziere solche Kleinprojekte (wohl zu klein für das BMZ) und Blakpa solle einen Antrag stellen. Und so hoffe ich, dass der engagierten Frauengruppe in Blakpa doch noch geholfen werden kann, ihr spärliches Einkommen eigenständig und nachhaltig zu verbessern.
Evaluierung unserer Hühnerproduktions-Verbesserung in 15 neuen Dörfern
Seit Herbst 2011 konnten wir mit Hilfe Ihrer Spenden und einem Zuschuss von 11.375 € von GIZ/NRW (früher InWent) in 10 neuen Dörfern beginnen, unser Schwesterverein in den USA
in 5 neuen Dörfern. Wir haben alle 15 neuen Dörfer und 8 früher begonnene in Dorfversamm-lungen besucht sowie die zuständigen Präfekten. Die Maßnahmen wurden in allen neuen Dörfern erledigt, einige Unstimmigkeiten bei den Abrechnungen konnten im Einvernehmen
mit den Tierärzten bereinigt werden.
Endlich konnten wir wieder Dörfer im Norden besuchen, in deren Gebieten Straßenräuber in den letzten Jahren mit Rinderherden Fahrzeuge zum Halten zwangen und mit Waffengewalt beraubten. Mit der Beute entkamen sie per Motorrad im Busch und hinterließen mehrere Leichen. In den letzten Jahren konnten die Polizei und das Militär mehrere Banditen erschießen, Gefangene wurden nicht gemacht, was die Bevölkerung begrüßt. Auch unser Tierarzt im Norden, Dr. Ali, hatte es nicht mehr gewagt, einige Dörfer zu besuchen, wo wir diesmal hinfuhren. Er hat am Auto eine Beule, weil er das erste Tier der Herde touchierte,
mit der die Banditen ihn vor einigen Jahren stoppen wollten.


In den Dörfern werden von den Veterinärhelfern die Zahlen der geimpften Hühner in Heften sorgfältig notiert, was ich jeweils anschaue und kommentiere. Die Nachhaltigkeit der eigenständig finanzierten Impfungen lässt sich so überprüfen. Rekordzahlen gibt es
in einigen Dörfern bei Dr. Kouagou in der Region Kara, wo nach der von uns finanzierten Einführung der Impfung mit 4000 Hühnern die Zahl auf 7500 und 8300 anstieg, als die Kleinbauern selber bezahlten.

Das Foto zeigt einen Veterinärhelfer mit Projektfahrrad und Kühl-Korb für die thermotolerante Vakzine. Er notiert die Zahl der geimpften Hühner bei diesem Kleinbauern.

Aber es gab auch ein besonders schlechtes Beispiel. In jedem neuen Dorf finanzieren wir auch das Material für 3 - 4 Modell-Hühnerhütten. Wir machen keine Vorgaben, wer das Hütten-material in jedem Dorf bekommt, außer, dass Frauen zu berücksichtigen sind. Dr. Mawuena entschied in seinen neuen Dörfern, dass jeweils drei Witwen das Material erhalten sollten. Das wurde auch so gemacht mit dem Ergebnis, dass ein beleidigter Dorfchef die Impfung in seinem Dorf nach der letzten von uns finanzierten Impfkampagne boykottierte. Dr. Mawuena will versuchen, den Dorfchef umzustimmen, die Vorgabe mit den drei Witwen wird er jedenfalls aufgeben. Ein anderer Dorfchef löste das eleganter: Eine Hütte bekam seine verwitwete Tochter. In einem anderen Dorf waren die drei Witwen so euphorisch, dass sie mir Heiratsanträge machten (man kann in Togo mehrere Frauen heiraten).
Die Dankbarkeit der Kleinbauern für die von uns eingebrachten Hilfen wird belegt durch zahlreiches Erscheinen in den Dorfversammlungen, durch traditionelle Tänze, sehr wohlklingende Chöre, die z.T. unsere Aktionen besingen, eine Einladung zum lokalen Essen und Trinken und Geschenke in Form von Naturalien, vor allem lebende Hühner, im Norden Perlhühner und Perlhuhn-Eier, im Süden Jamswurzeln und Bananen.
Die nun deutlich vermehrten Einnahmen durch Hühnerverkauf verbessern den Lebensstandard der Kleinbauern erheblich, zuerst wird immer darauf hingewiesen, dass nun mehr Kinder in die Schule geschickt werden (es gibt keine Lehrmittelfreiheit) und Kranke mit Medikamenten behandelt werden können (es gibt in den Dörfern keine Krankenkassen). Wie hoch der Krankheitsdruck in Togo ist, sehen wir an den vielen Beerdigungen auch junger Menschen in den Dörfern, die wir besuchen. Während unserer 4 Wochen in Togo starb der Vater von unserem Dr. Kouagou im Krankenhaus an Malaria, während die Malaria von der Frau von unserem Dr. Ayidi im Krankenhaus erfolgreich behandelt werden konnte.
Zu Beginn und gegen Ende unseres Aufenthalts in Togo besuche ich immer den deutschen Botschafter. So informierte ich diesmal am 5.3. den neuen Botschafter über unsere Togo-Aktivitäten. Er zeigte sich sehr interessiert und würde gerne einige unserer Dörfer besuchen.
Er wolle am nächsten Morgen für mehrere Tage in den Norden Togos fahren, u.a. um eine Schule einzuweihen. Dörfer, die in der Nähe seiner Reiseroute liegen, würde er gerne sehen, wenn die Zeit es erlaube. Ich sagte ihm, ich sei in der Zeit im Süden Togos mit anderen Dörfern verabredet, aber unsere Tierärzte im Norden könnten ihn dort begleiten. Und so besuchte er zwei Dörfer in der Region Kara mit Dr. Kouagou und eins in der Region Savanne mit Dr. Ali und ließ sich von den Kleinbauern über unser Projekt informieren, die nun schon 7, 5 bzw. 3 Jahre für die Impfungen selber bezahlen. Der Botschafter war von unseren Aktivitäten sehr positiv beeindruckt. Er hatte auch interessante Gesprächspartner, denn Dr. Kouagou ist junger Abgeordneter im nationalen Parlament und Dr. Ali Präsident der Tierärztekammer von Togo.

Bei Dorfversammlungen, wie hier in Bégbé im Süden, machte ich Stimmung für das selbständige Bezahlen der Impfungen, nachdem unsere Finanzierung ausläuft, und sagte:
Wer verspricht für die nächsten Impfungen selber zu bezahlen, bitte Hand hoch!
So entstand dieses Bild, das ich unseren Spendern zeigen wollte.


Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung, die es uns ermöglicht, den Lebensstandard von über 200.000 armen Togoern nachhaltig und deutlich zu erhöhen.


Mit herzlichen Ostergrüßen,
Ihr Eberhard Karbe

 

Im November 2011

Bericht über unsere Aktivitäten für und in Togo
Liebe Mitglieder und Spender!
Zuallererst wollen wir Ihnen ganz herzlich danken für Ihre finanzielle Unterstützung. Allein mit Privatspenden konnten wir zum Jahresbeginn in fünf neuen Dörfern mit unseren Maßnahmen beginnen. Die Einarbeitung der Veterinärhelfer und die Impfungen der Hühner gegen die tödliche Newcastle-Krankheit wurden planmäßig und erfolgreich durchgeführt. Davon konnten wir uns im März anlässlich unseres Kontrollbesuches in diesen Dörfern nach der ersten Impfkampagne persönlich überzeugen und haben bereits darüber Ende März berichtet. Auch unser Schwesterverein in den USA hatte mit fünf neuen Dörfern begonnen.
Unser Antrag bei der EU
Im Februar hatten wir bei der EU einen Vorantrag auf finanzielle Unterstützung gestellt. Hauptziel des Projektes sollte die Stärkung der Demokratisierung in Togo sein. Entsprechend hatten wir vorgesehen, dass Dorfkomitees und togoische Tierärzte es wagen bei Regierungsstellen Ihre Anliegen vorzutragen, insbesondere um bürokratische Hemmnisse zum Nachteil der Kleinbauern bei der Tierhaltung zu überwinden und um überhaupt bezüglich ihrer Bedürfnisse stärker berücksichtigt zu werden. Der Vorantrag wurde von der EU gutgeheißen, danach war die Zahl unserer Konkurrenten stark reduziert. Hoffnungsvoll schrieben wir nach Vorgaben unseren Hauptantrag mit über 50 Seiten. Er wurde abgelehnt. Hauptgrund war wohl die Einschätzung der Beurteiler, dass wir das Projekt finanziell und verwaltungsmäßig nicht stemmen könnten, obwohl wir nachweisen konnten, dass wir auch größere Projekte erfolgreich durchgeführt hatten. Das bestätigt frühere Hinweise, dass die EU vorzugsweise mit großen Organisationen zusammenarbeitet. Im Vorantrag wurde dieser Aspekt nicht beurteilt, beim Hauptantrag sehr wohl. Wahrscheinlich sind wir für die EU einfach zu klein.
Ein zweiter Antrag bei der EU?
Angeblich haben Anträge von afrikanischen NROs größere Chancen bei der EU als europäische. Unser Dr. Mawuena war bereit, den nächsten Antrag zu stellen zum von der EU vorgegebenen Thema Nahrungsmittelsicherheit. Nun stellt sich heraus, das bei diesen Projekten die Maßnahmen in mindestens drei Ländern durchgeführt werden müssen, wodurch kleine NROs wie die von unserem Dr. Mawuena von vorne herein ausgeschlossen werden. Wahrscheinlich ist die EU mit kleinen Organisationen verwaltungsmäßig überfordert, wenn sie ihre Riesensummen unterbringen will oder muss.
Unser Antrag bei InWent/NRW, jetzt GIZ, und unsere privaten Spender
Erfreulich lief es mit unserem Antrag, den wir schon vor zwei Jahren bei InWent in NRW gestellt hatten. Nun unter dem neuen Namen GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit), eine Tochter vom BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit), erhielten wir im August eine Zusage über 11.375 Euro , die wir mit Privatspenden in Höhe von 1.264 Euro ergänzten, um im Oktober mit 5 weiteren Dörfern zu beginnen. Unser Schwesterverein in den USA begann gleichzeitig mit 4 neuen Dörfern allein mit Privatspenden. In diesen neun Dörfern, wie alle unsere Dörfer ohne Elektrizität, wird mit einem thermotoleranten Impfstoff aus Äthiopien in Gebieten geimpft, in denen wir keine Gaskühlschränke stehen haben, die man für die herkömmlichen Impfstoffe benötigt. In diesem Jahr waren es hauptsächlich unsere privaten Spender, die es möglich machten, dass wir zusammen mit unserem Schwesterverein in den USA in 19 neuen Dörfern beginnen konnten. Damit steigt die Zahl der von uns gemeinsam unterstützten Dörfer auf 163 mit einer Bevölkerung von deutlich über 200.000 Einwohnern (das entspricht etwa der zehnfachen Bevölkerungszahl der Stadt Wülfrath). Damit erreichen wir etwa 7 % unserer Zielgruppe in Togo, das sind alle Kleinbauern mit ihren Familien in Dörfern ohne Elektrizität, etwa die Hälfte der ca. 6 bis 7 Millionen Einwohner in Togo.

Unser Antrag beim BMZ
In den 5 Jahren von 2002 bis 2006 erhielten wir vom BMZ für unsere Projekte in Togo zur Verbesserung der Hühnerproduktion durch tierärztliche Maßnahmen erhebliche finanzielle Zuschüsse, für die wir sehr dankbar sind. Interne Richtlinien erlauben dem BMZ keine weitere Unterstützung derselben NRO mit gleichen Maßnahmen in zusätzlichen Dörfern, wir können jedoch Anträge für andere Maßnahmen stellen. Trotzdem möchten wir weiterhin bei unseren erfolgreichen Hühner-Projekten bleiben. Eines "unserer" Dörfer in Togo möchte aber gerne die Zucht mit Tilapia-Fischen betreiben, zumal es neben dem Dorf am Fuße des Berges Agou ganzjährig gutes Quellwasser gibt. Für die Fischzucht sollen Betonbecken gebaut werden und das Dorf sucht besonders dafür finanzielle Unterstützung. Gemeinsam mit einer togoischen NRO, die auf diesem Gebiet Erfahrung hat, haben wir einen entsprechenden Antrag für das BMZ formuliert. Dieser Antrag liegt bei der BMZ-Tochter Bengo in Bonn und sollte dort in Kürze begutachtet werden.
Neue Spender ohne DZI-Spendensiegel?
Dieses Siegel wird sogar an Vereine gegeben, wenn sie bis zu 35 % ihrer Ausgaben für Werbung und Verwaltung ausgeben, also dann z.B. nur 65 % für die Projekte. Unser kleiner Verein ohne Angestellte mit Gehalt, ohne Ehrenamtliche, die sich bezahlen lassen, hat Werbungs- und Verwaltungskosten von unter 2 %. Da regt sich kaum ein Verdacht unrechtmäßiger Bereicherung. Deshalb würde uns ein 1.000 Euro teures Spendensiegel nichts bringen. Wir versuchen gar nicht mit Broschüren bei Unbekannten mit Postwurfsendungen zu werben, bei denen ein solches Siegel positiv wirken könnte. Seit 2007 überprüft und bestätigt deshalb Herr Hans-Ludwig Henrich, Steuerberater in Wülfrath, dankenswerterweise kostenlos unsere Buchführung, die Rechnungslegung, die Verwendung der Spenden und unsere minimalen Werbungs- und Verwaltungskosten. Letztere sind bei den großen gemeinnützigen Organisationen erheblich und müssen von deren Spendern mit den Spenden bezahlt werden. Unsere Spender sind unsere Freunde und unsere Verwandten , sowie deren Freunde, und Ortsansässige aus dem Bekanntenkreis, die über die lokale Presse auf unsere Tätigkeit aufmerksam gemacht worden sind. Immer mehr Freunde unserer Togo-Projekte verzichten bei Festen auf Geschenke zum Vorteil unseres Vereinskontos und erweitern damit unseren Spenderkreis . Es sind die direkten und indirekten Kontakte, die unsere Spender überzeugen. Deshalb sind wir auch sehr interessiert, Power-Point-Präsentationen und Videos im Kreis von interessierten Zuhörern zur Diskussion zu stellen, wie wir das in Gymnasien, bei Lions Clubs, den Rotariern, in Kirchengemeinden (besonders in den USA) und kürzlich bei einer Versammlung unseres Bürgervereins in Düssel gerne realisieren, auch in Zukunft.
Unsere Ziele für 2012
Schwerpunkt unserer Aktivitäten werden weiterhin die erfolgreichen Maßnahmen zur Verbesserung der Hühnerproduktion in Dörfern ohne Elektrizität sein, speziell auch mit dem thermotoleranten Impfstoff. Wir haben diesen Impfstoff als erste in Togo importiert und verwendet und haben dort die größte Erfahrung. Bei meinem nächsten Togo-Besuch im März 2012 möchte ich eruieren, ob und ggf. wie, möglichst in Absprache mit den zuständigen Behörden, besonders über Weiterbildungsmaßnahmen durch "unsere" erfahrenen Tierärzte mehr Kleinbauern in den Genuss dieser Impfungen ihrer Hühner kommen können. Kurzfristig werden wir mit Beginn des neuen Jahres in weiteren Dörfern mit unseren üblichen Maßnahmen beginnen. Nach Finanzierung unserer Verpflichtungen für 2012, inklusive des vom BMZ vorgegebenen Anteils von 25 % der Kosten des beantragten Fischzucht-Projektes, verbleiben 6.100 Euro für neue Projekte zur Verbesserung der Hühnerproduktion. Unsere Maßnahmen in einem Dorf kosten 2.530 Euro; mit den jetzt verfügbaren 6.100 Euro könnten wir also nur in 2,4 Dörfern beginnen. Im Vergleich zu unseren insgesamt 10 neuen Dörfern im Jahre 2011 wäre das schon sehr wenig, wir sind aber optimistisch bis zum Jahresende noch weitere Spenden zu erhalten, um die Zahl der Dörfer und damit unsere nachhaltige Hilfe zu erhöhen.
Unsere mittelfristigen Ziele
Mitglieder und Spender, die mein Geburtsjahr kennen, fragen schon mal, ob ich einen Nachfolger finden kann. Ich habe mich dahingehend bemüht, aber bisher keinen Erfolg gehabt. Das liegt vor allem daran, dass dieser Job sehr zeitaufwendig ist, und deshalb am ehesten von einem Pensionär erledigt werden kann. Um sich bei unseren togoischen Kollegen einbringen zu können, müsste es ein Tierarzt mit Afrika-Erfahrung sein, der französisch spricht, tropentauglich ist, großes Interesse an Entwicklungshilfe und Sympathie für die Togoer hat. Davon gibt es sicher sehr wenige; oder kennt jemand einen guten Nachfolger?
Fast alle Entwicklungshilfe-Projekte scheitern, sobald die externe finanzielle Hilfe ausläuft. Das ist bei unseren Projekten nicht so. In Dörfern, in denen wir vor 11 oder 10 Jahren begonnen haben, laufen nach Initialfinanzierung und Ausbildung der Veterinärhelfer die Aktivitäten nun schon 10 oder 9 Jahre selbstständig weiter ohne weitere externe Finanzierung. Wir können davon ausgehen, dass unsere Maßnahmen nach Ende unserer Finanzierung in fast allen unseren jetzt 163 Dörfern selbstständig mit den togoischen Tierärzten erfolgreich für die Kleinbauern weiter laufen werden. Unsere Kontroll-Besuche sorgen natürlich nicht nur für eine Kontrolle der Finanzen in angelaufenen Projekt-Aktivitäten, sie bringen auch eine Motivation in den von uns besuchten schon selbstständig agierenden Dörfern mit sich, und natürlich auch eine Optimierung der Methoden und eine Motivierung der togoischen Tierärzte. Nur das würde wegfallen , wenn die Besuche ausfielen, wir würden jedoch keine Ruinen und kaputten Geräte hinterlassen, wie das sonst üblich ist, denn Gebäude haben wir keine gebaut, nur Hühnerhütten, und besonders teure Geräte nicht gekauft, sondern nur Gaskühlschränke und Fahrräder. Wir haben besonders in Aus- und Weiterbildung investiert, und die haben Bestand.
Ohne unsere Finanzierung und unsere Besuche würde das Begonnene einfach weiter laufen wie bisher. Es gäbe allerdings nicht jährlich eine größere Zahl von neuen Dörfern. Unsere Spender müssen sich also bei unseren Projekten keine Gedanken machen, dass mit dem Ende der Besuche und der Finanzierung alles zusammenbrechen würde, wie das leider bei den meisten Projekten üblich ist. Das ist ja gerade das Besondere bei unseren Aktivitäten, dass sie von vorne herein auf selbstständige Nachhaltigkeit ausgelegt sind.

Unser Dank
Abschließend möchten wir Ihnen nochmals ganz herzlich danken für die großartige Unterstützung, die wir von Ihnen z.T. schon über 10 Jahre erhalten haben, ohne die diese Erfolge in Togo gar nicht möglich gewesen wären. Mit diesem Bericht wollten wir Ihnen etwas Einblick geben in unsere vorbereitenden Aktivitäten, zumal wir nach unserem Togo-Besuch im letzten März über die Arbeit in Togo aktuell berichtet hatten und es seitdem in Togo keine wesentlichen Änderungen gegeben hat, denn die Arbeiten laufen dort erfolgreich nach Plan. Wir dachten, dass Sie als Spender und Mitglieder wahrscheinlich auch wissen möchten, was hier bei uns alles läuft, um Ihre Spenden möglichst sicher und effektiv zum Einsatz zu bringen.


Mit herzlichem Dank und Gruß,
Ihr Eberhard Karbe

 

2. Mai 2011


Presse-Mitteilung über den Besuch in Togo 2011

"Unsere" 154 Dörfer in Togo
Vom 1. bis 26. März waren meine Frau und ich wieder in allen fünf Regionen Togos und haben jeweils mit einem unserer vier Tierärzte insgesamt allen 15 neuen und 8 von 139 alten Dörfern einen angekündigten Besuch abgestattet. In den neuen Dörfern wurden die tierärztlichen Maßnahmen planmäßig durchgeführt, was in Dorfversammlungen, Einzelgesprächen und nach Einsicht der ordentlich geführten Impfhefte erkennbar war. Die Kleinbauern sind sehr dankbar, da durch unsere Maßnahmen ihr Einkommen deutlich verbessert wird. Auch bei der Abrechnung der Ausgaben mit unseren Tierärzten gab es keine nennenswerten Probleme.
In den alten Dörfern müssen die Kleinbauern die Maßnahmen nach Abschluss unserer für sie kostenlosen Einführung selber bezahlen, besonders das Impfen gegen die tödliche Newcastle-Krankheit. Da geht es um die Nachhaltigkeit. Die erweist sich weiterhin als erstaunlich gut.

Eberhard Karbe im Gespräch mit einer Hühnerbesitzerin in Lébé, Maritime Region, März 2011

Unser Antrag bei der EU
Bereits am 14. Februar hatten wir der EU-Delegation in Lomé unseren Antrag auf Unterstützung unserer Maßnahmen nach Togo geschickt. Am 19. April erhielten wir die Mitteilung, dass unser Vor-Antrag zur finanziellen Unterstützung unserer Projekte in Togo akzeptiert wurde. Damit gehören wir nun zu dem jetzt kleineren Kreis ausgewählter Antragssteller, die einen ausführlichen Antrag stellen dürfen. Natürlich konkurrieren wir nun mit den anderen Antragsstellern, die auch als Beste ausgewählt wurden. So eine Antragstellung ist leider sehr zeitaufwendig.

Thermotolerante Vakzine gegen die Newcastle-Krankheit der Hühner
Dieser Impfstoff benötigt keine Kühlkette zwischen 2 und 8 Grad Celsius, kann also in den vielen Dörfern Togos ohne elektrischen Strom und damit ohne Kühlschränke Verwendung finden. Die von uns in den Jahren 2000 bis 2007 besorgten Gas-Kühlschränke, die weiterhin für die meisten unserer Dörfer im Einsatz sind, müssen
als Übergangslösung angesehen werden, da deren Investitions-Kosten von den Kleinbauern nicht finanziert werden können und deshalb auf Dauer ohne externe Finanzierung nicht tragbar sind, also keine nachhaltige Lösung darstellen. Alternativ bietet sich da die Impfung mit der preiswerteren thermotoleranten Vakzine an, die keine moderne Kühlkette benötigt und deshalb nach Einführung von den Kleinbauern selbst finanzierbar ist, also auch langfristig eine nachhaltige Lösung darstellt.

Mit eingeschränkter Genehmigung von der Regierung in Togo hatten wir als Erste im Januar 2009 und im Januar 2010 die thermotolerante Vakzine aus Malaysia nach Togo importiert und zum Einsatz gebracht. Nach Verwendung und Finanzierung durch uns während des Jahres 2009 haben die Kleinbauern anschließend 2010 drei Impf-kampagnen selbst finanziert, die vierte wird gerade ausgeführt. Wir halten dieses Vorgehen für erfolgreich und nachhaltig. Seit Dezember 2010 laufen nun in mehreren Regionen Togos Pilotversuche mit einer thermotoleranten Vakzine aus Äthiopien unter der Regie des Regierungsdirektors für Tierzucht in Lomé. Auf Grund unserer mehr-jährigen Erfahrungen auf diesem Gebiet konnte unser Dr. Mawuena dessen Projekt-leiterin einarbeiten und unser Dr. Ali führt für sie die neuen Pilotversuche in der Region Savanne durch.
Wir hatten am 21. März ein diesmal harmonisches Treffen mit demselben Regierungs-direktor. Erfreulicherweise hat er uns nun genehmigt, thermotolerante Vakzine gegen die Newcastle-Krankheit aus Ghana, Senegal, Äthiopien oder Malaysia zu importieren und in Togo einzusetzen, diesmal ohne jede Einschränkung. Wir freuen uns für die Kleinbauern in Togo, dass sie in Zukunft in zunehmendem Masse in den Genuss dieser erfolgversprechenden Vakzine in Dörfern ohne Strom kommen. Wir freuen uns natürlich auch unseren Spendern mitteilen zu können, dass wir mit den Spendengeldern bisher nicht nur für ca. 200.000 Togoer das Einkommen wesentlich verbessern konnte sondern auch nun einen neuen Weg für einige weitere Millionen Kleinbauern aufzeigen, wie auch sie in Zukunft ihren Lebensstandard verbessern können. Potentiell Tausende von Veterinärhelfern haben damit auch Aussicht, sich ein zusätzliches Einkommen zu verdienen, wie es bisher schon über 300 Veterinärhelfer in "unseren" 154 Dörfern realisieren konnten. Bisher haben wir immerhin mit den 200.000 Togoern etwa 6 % unserer Zielgruppe in Togo das Leben verbessern können; zu unserer Zielgruppe gehören alle Kleinbauern in allen Dörfern ohne Strom mit einer Bevölkerung von wohl über 3 Millionen Einwohnern von einer Gesamteinwohnerzahl von ca. 7 Millionen in Togo.

Unsere Schriftführerin Patricia Karbe bei der Protokollführung in Djanhale im März 2011,
von links stehend der Übersetzer und Dr. Ali

Fischproduktion im Dorf Blakpa
Wir haben auch das Dorf Blakpa besucht, für dessen Frauengruppe wir die Einrichtung einer lokalen Fischproduktion bei unserem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) beantragen wollen. In einer vierstündigen Diskussion haben wir offene Fragen mit der dortigen NRO, dem Dorfkomitee und der Frauengruppe besprochen, damit unser Antrag beim BMZ mehr Aussicht auf Erfolg hat. Auch dieser Antrag will geschrieben werden nach Erhalt ergänzender Zahlen aus Blakpa.


Unser Dank
Wir danken unseren Mitgliedern und Spendern, die vorwiegend in Deutschland wohnen, sehr herzlich für die nun schon über 11 Jahre dauernde treue Unterstützung, ohne die diese Erfolge nicht möglich gewesen wären. Wir danken auch den Privatspendern unseres Schwestervereins in den USA, Village Poultry Project for Togo, die seit gut 10 Jahren erheblich zu diesem Erfolg beigetragen haben; unsere letzten neuen 15 Dörfer in den Jahren 2010 und 2011 haben beide Vereine zu je 50 % allein mit Privatspenden finanziert. Privatspenden waren auch die Voraussetzung für die Finanzhilfe von BMZ und NRW, für die wir ebenso dankbar sind. Viele kleinere, zahlreiche größere und
einige sehr großzügige Privatspenden haben die Erfolge ermöglicht. Wir danken allen sehr herzlich.

Mit den besten Grüßen

Eberhard Karbe

 

Im Dezember 2010


Liebe Freunde unserer Togo-Projekte,
dieses Jahr waren wir nicht im November in Togo, weil unsere togoischen Kollegen uns lieber im Februar/März sehen wollen. Wir können also diesmal nicht von einer Togo-Reise mit eigenen Erfahrungen berichten. Die Emails unserer Tierärzte haben uns aber den Eindruck vermittelt, dass dort alles planmäßig läuft. Aufgrund der Finanzkrise und der Tatsache, dass wir in 2010 keine öffentlichen Gelder erhielten, konnten wir in diesem Jahr nur in 5 neuen Dörfern beginnen. Damit sind es immerhin schon 144 Dörfer in ganz Togo, denen wir mit Ihrer Hilfe bessere Einkommensmöglichkeiten sowie eiweißreichere Ernährung und damit eine höhere Lebensqualität nachhaltig bieten konnten.
Dazu gehören auch die Dörfer, in denen wir 2009 als Erste in Togo die Impfung mit thermotoleranter Vakzine gegen die Newcastle-Krankheit der Hühner durchgeführt hatten. Der Erst-Import und die Anwendung geschahen mit eingeschränkter Genehmigung des zuständigen Regierungsdirektors. Über die Einschränkung hatten wir uns damals sehr gewundert. Jetzt kennen wir einen möglichen Grund dafür: Der Regierungsdirektor hat nun selbst diesen Impfstoff importiert, um nach unseren Erfolgen diese von uns eingebrachte Methode unter eigener Regie im weitaus größerem Umfang in Togo einzusetzen. Damit haben wir für die Kleinbauern in Togo wahrscheinlich mehr erreicht, als wir mit unseren finanziellen Möglichkeiten selber hätten realisieren können. Seine Behörden-Tierärzte, die uns damals "bremsen" mussten, kamen nun zu unseren togoischen Projekt-Kollegen, um von deren Erfahrungen bei der Anwendung der neuen Vakzine zu lernen. Von so einem Erfolg hatten wir bei unserem erstmaligen Import dieses Impfstoffs kaum zu träumen gewagt. Wir sind begeistert und hoffen, dass auch diese Aktion den Kleinbauern in Togo nachhaltige Vorteile bringt.

Die Erfolge unserer Tätigkeit haben unsere vier Tierärzte in Togo bekannt gemacht. Sie halfen unserem Dr. Kouagou ins Parlament von Togo gewählt zu werden und haben sicherlich dazu beigetragen, dass bei der kürzlichen Vorstandswahl der Tierärzte-kammer von Togo Dr. Ali Präsident wurde, Dr. Ayidi Schatzmeister und Dr. Kouagou Beirat im Vorstand. Dr. Mawuena ist wahrscheinlich nur deshalb nicht mehr im Vorstand, weil er offiziell pensioniert ist. Diese Wahl unserer drei togoischen Tierärzte mag für unsere Spender und Mitglieder auch ein Hinweis sein, dass deren Leistungen und unsere Projekt-Aktivitäten in ganz Togo realisiert und respektiert werden.
Unsere Pläne für 2011 können sich sehen lassen. Unser Schwesterverein in den USA und wir hier in Deutschland wollen allein mit bereits vorhandenen Privat-Spenden in Höhe von 25.280 € in 10 neuen Dörfern beginnen. Außerdem besteht die Möglichkeit, von InWEnt/NRW evtl. noch vor Weihnachten die Zusage für 8000 € aus Restmitteln zu erhalten, was uns ermöglichen würde, zusammen mit Ihren bereits vorliegenden Spenden in weiteren fünf neuen Dörfern zu beginnen. Damit würde die Zahl der von uns unterstützten Dörfer auf 159 steigen. Ferner wollen wir 2011 gemeinsam mit dem BMZ in unserem Dorf Blakpa die Fischzucht mit afrikanischen Buntbarschen/Telapia einführen, wozu wir 25 %, das sind ca. 5 000.- € Spendengelder, beisteuern möchten. Endlich hat auch die EU kürzlich einen Aufruf zu Projektanträgen für Togo veröffentlicht, so dass wir uns auch dort zum ersten Mal um Gelder bewerben können. Ich hatte vorsorglich zwei Seminare in Bonn besucht, um beim Antragschreiben die büro-kratischen Hürden eher meistern zu können. Und unser Schatzmeister, Alfred Laustroer, hat eine ziemlich komplizierte Registrierung unsers Vereins im Internet -
eine Voraussetzung für eine Antragstellung - in weiser Voraussicht schon in die Wege geleitet. Bei einer EU-Zusage müssten wir 25% der Gesamtsumme von voraussichtlich 150.000 € mit Spendengeldern über drei Jahre begleichen, also 12.500 € pro Jahr. Bei BMZ- und EU-Projekten würden Ihre Spendengelder also wieder vervierfacht werden. So haben wir uns optimistisch neue Ziele gesetzt, um auch in Zukunft zum Wohle der Kleinbauern in Togo auf einer Erfolgsspur zu bleiben und um den Erwartungen unserer treuen Spender und Mitglieder gerecht zu werden.

Wir freuen uns, Ihnen wieder einen positiven Bericht darüber zu schicken, was Sie mit Ihren Spenden und Beiträgen ermöglichen. Dafür sagen wir Ihnen unseren ganz herzlichen Dank.

Unsere nächste ordentliche Mitgliederversammlung soll am 9. Februar um 19 Uhr bei Fany Christern, Weißdornweg 25 in Wülfrath stattfinden. Bitte gleich im Terminkalender eintragen. Auch Spender und andere Interessierte sind herzlich eingeladen. Mitglieder erhalten noch eine extra Einladung mit Agenda.
Im Namen unseres Vorstands wünsche ich Ihnen eine besinnliche Adventszeit, frohe Festtage und alles Gute im Neuen Jahr.
Mit herzlichem Dank und Gruß,

Ihr Eberhard Karbe

 

Im August 2010

Liebe Freunde unseres Togo-Projektes!

Zuallererst möchten wir uns bei Ihnen, unseren Mitgliedern und Spendern, für die finanzielle Unterstützung unserer Aktivitäten in Togo ganz herzlich bedanken. Mit Ihrer Hilfe können unsere togoischen Tierärzte jedes Jahr in neuen benachteiligten Dörfern ohne Elektrizität und ohne Möglichkeit einer bezahlten Anstellung den Kleinbauern zeigen, wie ihre Hühnerzucht gewinnbringender gestaltet werden kann. Ab dem zweiten Jahr sind die Kleinbauern von unseren Methoden überzeugt und bezahlen die Kosten, vor allem für das Impfen, aus den stark erhöhten Gewinnen ihrer Hühnerzucht. Mit Ihrem Beitrag unterstützen Sie eine echte Hilfe zur Selbsthilfe.

Nachdem wir über 10 Jahre fast 30.000 Kleinbauern zu einer profitablen Hühnerzucht verholfen haben und damit eine Bevölkerung von fast 200.000 Togoern helfen konnten, wollen wir nun zusätzlich zu unseren Hühner-Projekten in einem unserer Dörfer in der Plateaux Region, in Blakpa, die Zucht von Tilapien (afrikanische Buntbarsche) einführen. Wir sind dabei, zusammen mit einer anderen NRO in Togo einen Antrag für BMZ-Mittel zu stellen. Die Voraussetzungen für Fischzucht sind in Blakpa denkbar günstig: Am Fuße des Berges Agou steht sauberes Quellwasser ganzjährig und ausreichend zur Verfügung. Nach der Installation von 3 Fischbecken soll eine Fraueninitiative aus dem Dorf die Arbeiten verrichten und die Gewinne bekommen. Zuchtfische und frischer Speisefisch sind in Togo Mangelware und sehr gut verkäuflich. In einer zweiten Phase soll hangabwärts eine Bewässerungsanlage für Gemüsefelder installiert werden. Wir hoffen mit diesem Projekt zahlreiche Arbeits-plätze zu schaffen und die Einkommen in Blakpa deutlich zu erhöhen. Hoffentlich ist das BMZ bereit, dieses aussichtsreiche Projekt zu unterstützen. Das würde auch bedeuten, dass Ihre Spendengelder durch das BMZ wieder vervierfacht werden.



Frauen auf dem Hühnermarkt, wo sie auch Fische verkaufen wollen


In den letzten Jahren sind meine Frau und ich immer im November/Dezember nach Togo geflogen, um zahlreiche Projektdörfer zu besuchen. Diesmal hätten unsere togoischen Tierärzte uns lieber erst Ende Februar dort. Dann ist es zwar heißer, aber die Kleinbauern sind nicht mehr mit der Ernte beschäftigt und kommen zahlreicher zu den Dorfversammlungen. Auch stelle ich mir als unverbesserlicher Optimist vor, dann vielleicht schon die Fischbecken in Blakpa zu sehen, die wir grade beantragen.

Unsere westlichen Industriestaaten haben in den letzten 50 Jahren in Afrika immense Summen für Entwicklungshilfe ausgegeben. Falls man damit den Ärmsten in der Bevölkerung helfen wollte (die meisten Afrikaner südlich der Sahara haben
pro Tag weniger als 1 € zur Verfügung), hat man das viele Geld (unser Steuergeld) umsonst ausgegeben, denn die Armen sind arm geblieben, manche sind noch ärmer geworden. Es ist verständlich, dass unsere verantwortlichen Beamten das nicht gerne hören, schon gar nicht gerne darüber sprechen oder gar schreiben.

Nun hat Volker Seitz, ehemaliger deutscher Botschafter in Benin und Kamerun,
nach seiner Pensionierung vom Auswärtigen Amt ein Buch zu diesem Thema geschrieben: "Afrika wird armregiert". Die Fehler und das Versagen unserer Behörden werden da von einem Insider dargelegt. Noch schlimmer: Unsere Behörden machen offenbar weiterhin die gleichen Fehler. Im Buchdeckel wird aus dem "Spiegel" zitiert: "Seitz fordert, die reichen Länder sollten ihr Geld in Zukunft nicht mehr als Budgethilfen überweisen, sondern direkt in Gesundheit, Bildung und Landwirtschaft investieren. Vor allem aber müssten die Geber ernsthaft kontrollieren, was mit ihren Spenden geschehe". Dieses Buch kann ich empfehlen (Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-24808-2, 14,90 €).

Wir in unserem kleinen Verein fühlen uns in unserem Einsatz in Togo durch dieses Buch bestätigt: Wir investieren das Geld in der Landwirtschaft, wo laut Seitz die besten Chancen bestehen, den Ärmsten in Afrika substantiell und nachhaltig zu helfen. Wir kontrollieren die Verwendung der Spendengelder an Hand von Quittungen und die Durchführung der finanzierten Maßnahmen vor Ort in Dorfversammlungen und in Einzelgesprächen mit unserer Zielgruppe, den Kleinbauern. Wir können sogar den relativen wirtschaftlichen Erfolg unserer Kleinbauern messen und feststellen, dass sie ihre gesamten Bareinnahmen durch unsere Maßnahmen verdoppeln können, und zwar nicht nur im ersten Jahr, sondern das auch in den Folgejahren fortsetzen, in unseren ersten Dörfern nun schon 10 Jahre lang.


Dankesworte vom Chef bei einer Dorfversammlung


Und wenn wir fragen, was mit den Mehreinnahmen gekauft wird, hören wir in allen "unseren" 139 Dörfern zuerst immer die folgenden beiden gleichlautenden Antworten:

1. Wir schicken mehr Kinder in die Schule.
2. Wir können nun Medikamente für unsere Kranken kaufen.

Kinder in einer Dorfschule freuen sich über unseren Besuch


Also investieren wir indirekt auch in Bildung und Gesundheit, die anderen beiden Gebiete, die Seitz als besonders förderungswürdig nennt.

Wir sind Ihnen sehr dankbar, dass Sie uns in diesem Bemühen unterstützen und damit vielen armen Familien in Togo die Chance geben, ihr Leben zu verbessern.

Mit herzlichen Grüßen

Eberhard und Patricia Karbe

 

 

Im Dezember 2009


Liebe Mitglieder und Spender!

Über unser Togo-Projekt
Auf unserer Reise durch ganz Togo in der Zeit vom 3. November bis 3. Dezember 2009 haben meine Frau und ich jeweils mit einem unserer vier Tierärzte alle 18 Dörfer besucht, in denen wir Anfang 2009 mit unserem Projekt neu begonnen hatten. Das Projekt übernimmt für ein Jahr die Kosten, insbesondere für die Ausbildung von zwei Veterinärhelfern pro Dorf und für die Durchführung der Parasitenbehandlungen und der Impfungen gegen die tödliche Newcastle-Krankheit der Hühner. Der Impfschutz bei geimpften Hühnern war wieder hervorragend, auch bei Verwendung der hitzetoleranten Vakzine aus Malaysia. Diesen Impfstoff haben wir 2009 erstmals in Togo eingesetzt, um die Verwendung teurer Gaskühlschränke in Gebieten ohne elektrischen Strom zu vermeiden. Mit dieser Vakzine müssen die Hühner allerdings dreimal im Jahr geimpft werden, mit der hitzeempfindlichen nur zweimal.
Durch den Impfschutz wird das häufige Massensterben der Hühner verhindert, sodass die Kleinbauern ein Vielfaches an Hühnern in ihren Familien verzehren und auf dem freien Markt verkaufen können. Das versetzt sie in die Lage, ihre gesamten Bareinnahmen zu verdoppeln. Vom Erfolg der Impfungen überzeugt, bezahlen sie aus den erhöhten Einnahmen ab dem zweiten Jahr selber für die Impfungen.

Wir haben auch 9 unserer 121 Dörfer besucht, in denen die Kleinbauern bereits selber für die Impfungen bezahlen, z.T. schon 9 Jahre lang. Wir wollen uns von der Nachhaltigkeit der Erfolge persönlich überzeugen. In diesen Dörfern ist das Impfen gegen die Newcastle-Krankheit zur Routine geworden. Den sorgfältig geführten Impfheften der Veterinärhelfer können wir die Zahl der geimpften Hühner entnehmen. Wir sind beeindruckt von dem guten Impfschutz, den Erfolgen unserer Maßnahmen und von den Lobliedern, die Frauenchöre in den Dörfern über unser Projekt singen. In den Diskussionen berichten Kleinbauern und -bäuerinnen über ihre persönlichen Erfolge. Hier nur drei Beispiele:

"Unsere neue Hühnerproduktion hat die Rolle von uns Frauen in der Familie ‚befördert'. Jetzt fühlen wir uns freier, Entscheidungen zu machen, weil wir so viel zur Familienkasse beisteuern."
Ein Kleinbauer sagte, er zahle mit seinen Hühnerprofiten die Schulgelder, damit sein Bruder die Oberstufe besuchen könne.

Eine ältere Frau sagte: "Ich habe Holz auf dem Kopf zum Markt nach Mango (18 km) getragen. Mit einem Teil des Erlöses habe ich eine Henne gekauft. Jetzt habe ich zehn Hennen und brauche nicht mehr das schwere Holz zu tragen."




Veterinärhelfer beim Impfen

Es gibt wenige Dörfer, in denen die Impfzahlen über die Jahre deutlich zurückgehen.
Wir besuchen solche Dörfer, um die jeweiligen Gründe zu erkunden und möglichst zu beseitigen. Wir sind dabei meistens erfolgreich. Und so haben wir diesmal die zwei alten Dörfer mit den niedrigsten Impfzahlen besucht, die beide im Süden liegen:

Adzakpa: Der Dorfchef ahnte schon, warum wir kommen und nannte gleich bei der Begrüßung ungefragt zwei Gründe für niedrige Impfzahlen:
1. Für den Kühlschrank gäbe es kein Gas zu kaufen. Das stimmt, es ist in diesem Jahr in Togo schwierig, aber unsere Tierärzte mit besseren Kontakten können Gas kaufen. Die beiden Veterinärhelfer im Dorf trauten sich jedoch nicht, dies Dr. Mawuena mitzuteilen.
Ein Hierarchieproblem. Dr. Mawuena wird den Kauf jetzt ermöglichen.
2. Die Kleinbauern hätten häufig kein Geld parat und die Veterinärhelfer lehnten es ab auf Kredit zu impfen. Als Maßnahme haben wir dem Dorfchef empfohlen die Kleinbauern in einer Dorfversammlung zu motivieren und außerdem die nächsten Impftage rechtzeitig anzukündigen, damit vorher Hühner verkauft werden können, um für die Impfungen Geld zu haben. Er will das tun. Dieser junge, dynamische Dorfchef könnte was erreichen.

Agbavé: Wir kamen ohne Ankündigung. Die beiden Veterinärhelfer waren beide nicht im Dorf, aber der Dorfchef. Dem war ganz neu, dass die Impfzahlen gesunken seien. Im Dorf selbst werde geimpft und dafür von den Kleinbauern bezahlt, es gäbe deshalb jetzt sehr viele Hühner und alle seien froh. Offenbar hätten die Veterinärhelfer in den Außenbezirken des Dorfes nicht mehr geimpft. Er wolle ihnen auftragen das nachzuholen. Er war zuversichtlich. Auch mit diesem Besuch konnten wir wahrscheinlich etwas bewegen.

Es zeigt sich immer wieder, wie wichtig unsere Kontrollbesuche besonders in jenen Dörfern sind, in denen durch die verschiedensten Gründe die Bereitschaft für das Bezahlen der Impfungen über die Jahre nachlässt. Insgesamt können wir im Hinblick auf die Nachhaltigkeit unserer Maßnahmen in unseren Projektdörfern sehr zufrieden sein. Die durch unser Projekt ermöglichten erhöhten Einkünfte erleichtern den Kleinbauern und ihren Familien das Leben in vielen Bereichen. Auch Rückschläge sind leichter zu meistern, wie z.B. gerade jetzt die witterungsbedingt schlechte Ernte von Bohnen und Mais. Da sind die geimpften Hühner eine große Hilfe solche Nahrungsengpässe zu überwinden und verhindern besonders im Norden mit den kargen Böden Hungersnöte. In solchen Zeiten werden Hühner verkauft, um Getreide für die hungrige Familie zu besorgen.

Die Situation in Togo
Insgesamt sind in Togo in den letzten Jahren in bestimmten Bereichen Fortschritte festzustellen. Sehr auffällig ist die intensive Handy-Nutzung in Stadt und Land, sie verbessert die Kommunikation in allen Schichten erheblich und damit die Lebensqualität. Dieser Fortschritt hilft auch unserem Projekt, allerdings sind viele unserer abgelegenen Dörfer noch ohne Netz und dadurch benachteiligt. Stark zugenommen hat auch der Bau von Toilettenhäuschen auf dem Lande, was zu einer Verbesserung der Hygiene führt. Auch die Müllentsorgung in Lomé macht erkennbar Fortschritte. Sichtbar ist auch die Zunahme billiger Motorräder aus China in Stadt und Land, wo sie als Billigtaxi zum Einsatz kommen und die Beweglichkeit auch der ärmeren Schichten verbessern.

Voraussichtlich Ende Februar soll in Togo der Präsident gewählt werden. Der jetzige Präsident Faure wird sicherlich kandidieren. Die Oppositionsparteien sind so zerstritten, dass sie sich nicht auf einen Kandidaten einigen können, so dass Faure gewinnen wird. Denn eine Stichwahl ist in den Statuten nicht vorgesehen. Und selbst wenn jemand anderes gewählt werden sollte, würde das für die große Mehrheit der Togoer etwas ändern?

Der politische Druck auf die Bevölkerung hat offenbar abgenommen. Auch zurückkehrende Asylbewerber haben nichts zu befürchten. Unter Druck stehen Kleinbauern ständig durch ihre Armut, durch die Fetischeure (Medizinmänner) und die fordernden Fetische. Wie viel besser geht es da den gläubigen Christen in Deutschland; sie haben einen Gott, der als väterlich und gütig beschrieben und empfunden wird. Diesen Gott erleben die Christen in Togo an Sonntagen, anlässlich der Taufe und bei der Hochzeit. Werktags holt sie der Fetischeur wieder ein mit seinem Zauber und Druck. So eine tief verwurzelte Tradition, die von den Fetischeuren und Heilern gepflegt wird, spielt heute auch bei Gebildeten in Togo immer noch eine große Rolle, auch bei vielen Christen.


Eine glückliche Hühnerbesitzerin mit Sohn

Unser Ziel und unser Dank
Am letzten Tag unseres Togo-Aufenthaltes teilte uns der zuständige Direktor im Landwirtschaftsministerium mit, dass wir unsere Impfungen gegen die Newcastle-Krankheit der Hühner mit der neuen thermotoleranten Vakzine aus Malaysia fortsetzen können, den entsprechenden Impfstoff aus dem benachbarten Ghana sollen wir erst verwenden, wenn wir einige bürokratischen Hürden genommen haben. Das Landwirtschaftsministerium will vorher auch noch das Ergebnis unserer Impfungen in betroffenen Dörfern überprüfen.
Das Ministerium für Kooperation hat das schon gemacht und der "Directeur de Cabinet" (entspricht etwa unserem Staatsekretär) hat bei unserem Besuch unsere Tätigkeit gepriesen, er will die NRO von unserem Dr. Mawuena bei seinem Minister für einen Preis vorschlagen.

Im Jahre 2009 haben wir mit unserem Projekt in stolzen 18 Dörfern in ganz Togo begonnen und die Arbeit auch praktisch erfolgreich zum Abschluss gebracht. Das war möglich gewesen vor allem wegen der starken Unterstützung durch unsere privaten Spender. Das Land NRW (InWEnt vom MGFFI) gab einen Zuschuss von 8.000 Euro. Allen besten Dank. Wie vielen Dörfern wir 2010 helfen können, werden wir Ende Dezember entscheiden. Unsere jetzige Kassenlage erlaubt uns im Januar nur in 5 neuen Dörfern anzufangen.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei unseren treuen Spendern und Mitgliedern für die z.T. sehr großzügige Unterstützung. Sie ist uns ein Ansporn weiter zu machen. Togo hat ca. 6 Millionen Einwohner, etwa die Hälfte lebt auf dem Land. Vermutlich mindestens die Hälfte von diesen, unsere Zielgruppe, hat keinen elektrischen Strom zum Betreiben preiswerter Kühlschränke für den hitzeempfindlichen Impfstoff. Mit unseren 99 Gaskühlschränken auf Togo verteilt und nun mit der neuen thermotoleranten Vakzine können wir den Kleinbauern in den stromfreien Dörfern mit unseren Maßnahmen substanziell helfen.

Unsere Hilfe hat inzwischen schätzungsweise gut 10 % unserer Zielgruppe in Togo erreicht. Wir sind die Einzigen, die z. Z. noch versuchsweise und unter Aufsicht der togoischen Behörde den thermotoleranten Impfstoff in Togo einsetzen und die Basis schaffen, dass schließlich alle Dörfer ohne Strom in Togo in den preiswerten und nachhaltigen Genuss der Impfung kommen. Mit Ihnen, unseren Spendern und Mitgliedern, und hoffentlich auch wieder mit der Unterstützung durch InWEnt wollen wir dieses große Ziel erreichen: Eine echte Hilfe zur Selbsthilfe für ganz Togo!

Wir wünschen Ihnen weiterhin besinnliche Adventsstunden, frohe Festtage sowie alles Gute im Neuen Jahr.

Ihr Eberhard Karbe

 

 

Im Dezember 2008

Liebe Freunde unserer Togo-Projekte!


Vom 28. Oktober bis 27. November waren meine Frau und ich wieder in Togo, um 15 alte und alle 17 neue Projektdörfer sowie 9 Präfekten zu besuchen. Wir bereisten das Land jeweils in Begleitung und im Pkw von einem unserer vier togoischen Tierärzte.

In den Dorfversammlungen berichte ich über Herkunft der Spendengelder und über die Ziele unserer Hilfe, nämlich mit einfachen tiermedizinischen Maßnahmen, besonders mittels Impfen gegen die tödliche Newcastle-Krankheit der Hühner, die Hühnerproduktion zu verbessern, damit die Familien der Kleinbauern mehr tierisches Eiweiß zu sich nehmen, mehr Hühner verkaufen und größere Bareinnahmen erzielen können, um damit ihren Lebensstandard zu verbessern. Nach den vom Projekt bezahlten Impfkampagnen müssen die Kleinbauern die Maßnahmen ihrer von unseren Tierärzten ein-gearbeiteten Veterinärhelfer selber bezahlen, was durch die erhöhten Einnahmen vom Hühnerverkauf ermöglicht wird, jedoch nur durch bewusste Planung der Kleinbauern selbst erreicht werden kann.

Das klappt in den meisten Dörfern recht gut. In der zentralen Region können die Kleinbauern durch unser Projekt ihre Bareinkommen etwa verdoppeln, im Süden ist der Erfolg nicht so groß, im Norden deutlich größer.

Zu den erfolgreicheren Dörfern zählt Timbou in der nördlichen Savannenregion. Im Abstand von 6 Monaten haben wir drei Impfkampagnen finanziert, geimpft wurden jeweils 2870, 3950 und 3950 Hühner. Die nächsten zwei Impfkampagnen haben die Kleinbauern bezahlt, und zwar bei deutlich mehr Hühnern, nämlich bei 4790 und dann 5758. Das heißt, dass die Bestände durch das Impfen deutlich zugenommen haben, obwohl in dieser Zeit viele Hühner verkauft und für den Verzehr geschlachtet wurden.

Währen der Dorfversammlung in Timbou fand dort gleichzeitig eine Beerdigung statt, weswegen die Zahl unserer Teilnehmer mit 40 relativ klein war. Da bot es sich an, durch mein Fragen die Erfolge zu quantifizieren. Ergebnis: Vor unserem Projekt war das Bareinkommen durch den Hühnerverkauf halb so groß wie durch alle übrigen landwirtschaftlichen Produkte zusammen. Z.Zt. ist das Bareinkommen durch den Hühnerverkauf bei wohl fast allen Kleinbauern mindestens doppelt so groß wie durch den Verkauf aller anderen Produkte, bei einigen sogar dreimal so groß, einer sagte: "Sogar mehr!" Aus diesen Angaben kann man errechnen, dass sich die Einnahmen durch den Hühnerverkauf mehr als vervierfacht haben, die Gesamtbareinnahmen in diesem Dorf mehr als verdoppelt wurden. Dieses etwas umständliche Befragen und Berechnen des relativen Erfolges bietet eine Möglichkeit des Quantifizierens, da Bauern in Togo wie überall in der Welt beim Herausrücken von Gewinnzahlen äußerst zurückhaltend sind.

Daraufhin habe ich gefragt, was mit dem zusätzlichem Geld bezahlt wurde. Antworten: Mehr Kinder in die Schule geschickt, Medikamente für Kranke gekauft, Blechdach für Lehmhütte gekauft, Kunstdünger, Fahrrad, Kleidung, Zuchtziegen gekauft, Schuhe (muss nicht mehr barfuß die 11 km zum Markt gehen). Eine Frau hat mit 70 Hühnern ein Stück Land gekauft, gemeinsam konnte man im Dorf eine höhere Schule aus Lehm bauen (jeder brachte 2 Hähne ein, das ergab wohl fast 1000 €).

Diese Angaben sind geeignet, unseren Geldgebern Einblick in die Erfolge zu geben, sie vermitteln aber auch in der Dorfversammlung den Kleinbauern, dass es sich lohnt, nun mit Hilfe der veterinärmedizinischen Maßnahmen selber zu investieren, will man die Erfolge fortsetzen. Und wir hören immer wieder, dass unser Projekt den Kleinbauern auf Dauer hilft, auch nachdem unsere Finanzierung ausläuft. Also, eine echte Hilfe zur Selbsthilfe, was wir in Afrika sonst sehr selten finden.

In den Dorfversammlungen mit häufig hunderten von Teilnehmern mache ich immer besonders deutlich, dass wir zeigen wollen, wie wesentlich man die Hühnerproduktion verbessern kann, um die Besitzer zu überzeugen, selbständig weiterzumachen. Ich sage auch, dass die Spender das erwarten, dass sie mit ihren Spenden in den armen Dörfern die Entwicklung ankurbeln wollen, dass es aber nur klappen kann, wenn die Kleinbauern selber aktiv werden, die positive Entwicklung in ihrem Leben und für ihr Dorf in die Hand nehmen, denn nur wer eigenverantwortlich bereit ist, mehr zu investieren, wird auch mehr ernten. Leider haben sich viele Afrikaner daran gewöhnt, auf Hilfe von außen zu warten.

Ein Veterinärhelfer impft die Hühner einer Bäuerin


Während der Dorfbesuche macht meine Frau Notizen und Videoaufnahmen, aus denen sie zu Hause Videos herstellt, um unseren Spendern das Leben in den Dörfern zu veranschaulichen. Auch ihre besseren Französischkenntnisse sind eine sehr nützliche Hilfe.

Im Süden Togos hatte die ländliche Bevölkerung voriges Jahr wegen des Auftretens der asiatischen Vogelgrippe in fünf Legehennenbetrieben (nicht bei den Kleinbauern) dadurch zu leiden, dass in vielen Dörfern gesunde Hühner ohne Entschädigung getötet wurden. Den betroffenen Kleinbauern gelang es innerhalb eines Jahres ihre Hühnerbestände erstaunlich schnell wieder aufzubauen, wobei unsere Veterinärhelfer und die eingeführten Maßnahmen hierbei sicherlich sehr hilfreich waren. Nun wiederholte sich das Problem in derselben Gegend, die Vogelgrippe war wieder in diesmal zwei Legehennenbetrieben aufgetreten! Zusätzlich litt die dortige Bevölkerung in den letzten Monaten unter sintflutartigen Regenfällen und umfangreichen Überschwemmungen mit massiven Ernteverlusten, zerstörten Straßen und Brücken. In diesem von der Naturkatastrophe und vom Hühnertöten beschädigten Gebiet lassen sich z. Zt. die Erfolge unseres Projektes nicht so ohne weiteres messen. Dort hatten wir in den letzten beiden Jahren nicht mit neuen Dörfern begonnen, aber in den betroffenen alten Projektdörfern werden unsere Veterinärhelfer Gelegenheit haben, wieder gute Aufbauarbeit zu leisten.

Die massiven Überschwemmungen im Süden Togos haben auch eine große Betonbrücke weggerissen, über die alle Güter vom Hafen Lomé nach Nord-Togo und ins innere Afrikas südlich der Sahara transportiert werden. Die chinesische Regierung will eine neue Brücke bauen. Bis diese steht, wird der Verkehr über eine alte Eisenbahnbrücke aus Eisen umgeleitet, die in der deutschen Kolonialzeit vor 100 Jahren gebaut wurde und allen Überflutungen des Flusses Haho standgehalten hat.

Bei den durch uns veranlassten Impfungen gegen die Newcastle-Krankheit benutzen wir einen Impfstoff, der kühl gehalten werden muss. Deshalb haben wir für die meisten unserer 121 Projektdörfer, in denen es ja keinen Strom gibt, teure Gaskühlschränke besorgt. Dieses System ist sehr erfolgreich, aber nicht billig. Nun gibt es einen Impfstoff, der höhere Temperaturen verträgt. Wir wollen diesen Impfstoff in Togo erstmals ausprobieren und hatten deshalb zwei Treffen im zuständigen Ministerium in Lomé um die Beamten davon zu überzeugen. Dieser Impfstoff ist in Togo unbekannt, deshalb mussten wir eine Einfuhrgenehmigung beantragen. Die Gespräche liefen erfolgsversprechend. Hoffentlich klappt dies. Wir würden dann die entsprechenden Impfungen in Togo erstmals durchführen.

Mit allen vier Tierärzten haben wir die Kostenabrechnungen und Quittungen durchgesehen und diskutiert sowie kleine Unstimmigkeiten korrigiert. Besorgniserregende Probleme sind auch diesmal nicht aufgetaucht. Und so schauen wir weiterhin zuversichtlich in die Zukunft. Unsere Reise wurde durch BMZ-Verwaltungsrestmittel, durch meine Frau und mich persönlich finanziert; Spendengelder wurden nicht verwendet.

Wir haben wieder Glück gehabt, wir sind gesund geblieben, obwohl wir häufig in den Dörfern (ohne fließendes Wasser, ohne Toiletten) mitgegessen haben, obwohl mehrere Afrikaner, mit denen wir die Mücken teilten, Malaria hatten. Die größte Gefahr droht vom Straßenverkehr. Diesmal sind wir zwei Frontalzusammenstößen auf einspuriger Piste mit drei Meter hoher Grasbegrenzung vor einer Kurve bzw. vor einer Kuppe nur entgangen durch fluchtartiges Verlassen der Piste mit dem Glück, dass sich in dem hohen Gras kein Baumstamm, Felsen, Termitenhügel, Loch oder Abhang verbarg.

Diesmal haben wir, da in Deutschland häufig danach gefragt, in Togo die Außentemperaturen gemessen: zwischen 8 und 16 Uhr ist es im Schatten zwischen 37 - 40 °C heiß, um Mitternacht dann 30 °C, am Tage in der Sonne und im Pkw deutlich über 60 °C (unser Thermometer hatte eine Skala bis 50 °C, der Zeiger ging dann aber viel weiter). Nach dieser Messung im Sonnenlicht war das Thermometer kaputt. Wir empfinden die ständige große Hitze als Belastung, besonders während der Dorfbesuche, bei denen ich jeweils, meistens im Stehen, bis zu 2 Stunden und länger rede und Fragen beantworte, inkl. der Übersetzungen zwischen Französisch und der jeweiligen Dorfsprache, die auch unsere Tierärzte nicht alle beherrschen. Es gibt in Togo etwa 25 Sprachen.


Patricia und Eberhard Karbe mit Kleinbauern im Norden Togos


Auch diese Reise ermuntert uns weiter zu machen. Die große Dankbarkeit der unterstützten Kleinbauern wollen wir hiermit gerne an unsere Mitglieder und Spender weitergeben. Unsere zahlreichen Anträge an Stiftungen haben außer Arbeit und Frust nichts gebracht. Wir sind jedoch weiterhin bemüht, Organisationen zu finden, die unsere Entwicklungshilfe unterstützten wollen. Zum Jahresende werden wir auf der Basis unseres Kontostandes entscheiden, in welchem Umfang wir unsere Aktionen im kommenden Jahr in Togo fortsetzen.

Hiermit bedanken wir uns sehr herzlich bei allen Spendern und Mitgliedern für die treue Unterstützung und wünschen eine besinnliche und frohe Adventszeit.

Mit herzlichem Dank und Gruß
Eberhard Karbe

 

Im Dezember 2007

Liebe Mitglieder und Spender!

In der Zeit vom 30. Oktober bis 29. November waren meine Frau und ich wieder in Togo und haben 20 neue und 15 unserer alten Dörfer besucht, außerdem 13 für diese Dörfer zuständige Präfekten. Meine Kosten für die jährliche Evaluierungsreise werden, wie in den letzten Jahren, vom BMZ ersetzt; die Kosten meiner Frau inkl. Flugschein bezahlen wir wieder selber.

Im Juni 2007 trat in 5 Legehuhnbetrieben im Süden Togos die asiatische Vogelgrippe auf, die durch illegale Kükenimporte aus dem Nachbarland Ghana eingeschleppt worden war. Die Veterinärbehörde verfügte das Töten, Beseitigen und die Kompensation aller Hühner im Abstand von jeweils 3 km. Unsere Dörfer waren nicht betroffen. Leider gaben internationale Organisationen dem togoischen Gesundheitsministerium Geld, um in den Dörfern eine Informationskampagne durchzuführen. Unter Mitwirkung der Präfekten und Dorfchefs wurden die Kleinbauern über die Gefahr für Menschen derart verängstigt, dass sie in allen Dörfern von drei Präfekturen panikartig alle ihre völlig gesunden Hühner töteten und verbrannten. Zum Glück hatten wir in dieser Gegend im Februar nicht mit neuen Dörfern begonnen, so dass keins unserer 22 neuen Dörfer während der Finanzierungs- und Einarbeitungsphase gestört wurde. Von unseren alten Dörfern sind allerdings 13 betroffen. Glücklicherweise können sich Hühner schnell vermehren, so dass die üblichen Bestandszahlen hoffentlich bald wieder erreicht werden. Unsere Projektaktivitäten laufen auch in diesen 13 Dörfern weiter und werden beim Wiederaufbau der Bestände einen sehr wichtigen Beitrag leisten.

In der angrenzenden Region Plateaux wurden die Kleinbauern auch, aber nicht so stark verunsichert; in den alten Dörfern, in denen die Besitzer für die Impfungen nun selber bezahlen müssen, nahmen die Hühner- und die Impfzahlen deutlich ab, in den neuen Dörfern, in denen wir noch die Impfungen bezahlen, wirkte sich die Panikmache nicht nachteilig aus.

In den drei nördlichen Regionen, das heißt im größeren Teil Togos, gab es keine Verunsicherung mit nachteiligen Folgen, in den neuen und in den alten Dörfern wurde weiterhin im üblichen Umfang gegen die Newcastle-Krankheit geimpft, so dass hier die Kleinbauern als Folge unseres Projektes ihre Einnahmen durch die verstärkte Hühnerproduktion wie bisher deutlich verbessern können. Das heißt, in den meisten von uns bisher unterstützten 104 Dörfern wurden die Erfolge unseres Projektes durch die Vogelgrippe glücklicherweise nicht beeinträchtigt. Unsere Besuche in den Dörfern ließen wieder erkennen, dass der Impfschutz gegen die Newcastle-Krankheit sehr gut ist. Zunehmend werden unsere Gaskühlschränke in den dörflichen Gesundheitszentren aufgestellt und dann auch für Impfstoffe für Menschen benutzt.

Diesmal wollten wir wegen schlechter oder fehlender Straßen mit zwei Motorrädern einige Dörfer besuchen, aber das eine sprang nicht an. So gab es Fußmärsche in der Mittagshitze hin, im Stockdunklen zurück. Das Dorf Koumongou lag 2 km hinter einem Fluss, den wir mit einer Piroge überquerten. Nur einmal waren wir diesmal mit dem Auto hängen geblieben, in der Mitte saßen wir auf und Räder hingen in der Luft.

Etwas unangenehm sind Fahrten im Raum Mango, wo bewaffnete Banden junger Männer des Nomadenstamms Peuhl Autos überfallen und ausrauben, besonders nachts und wo Handys kein Netz haben. Bisher gab es nur Tote, wenn jemand Widerstand leistete. So haben wir unsere Wertsachen im Auto versteckt und sind mit unserem Tierarzt allein gereist, um nicht in einer vom Militär geschützten Kolonne fahren zu müssen. Bei den jungen Peuhl handelt es sich um Söhne traditioneller Nomaden-Hirten ohne Schulbesuch, die als Analphabeten nur die Wahl zwischen Hirtendasein und Kriminalität sehen. In einigen unserer Dörfer nehmen jetzt sesshafte Peuhl-Familien am Projekt teil und fangen an, ihre Kinder in der Schule zu schicken.

In unserer letzten Woche in Togo hatten wir ein Arbeitstreffen mit allen unseren vier togoischen Tierärzten in Lomé in den Räumen der Tierärzte-Kammer von Togo. Wir diskutierten die Optimierung der Projektdurchführung und planten das Seminar für mehr als 200 Veterinärhelfer am 15. und 16. Januar und das Fertigstellen eines kleinen Handbuches für unsere Veterinärhelfer, in dem die wichtigsten Hühnerkrankheiten und Maßnahmen zu deren Verhütung und Behandlung von unseren vier Tierärzten beschrieben werden. Diese Aktionen werden im Rahmen des letzten vom BMZ unterstützten Projekts durchgeführt, um die Nachhaltigkeit unserer Aktivitäten zu verstärken.

Unsere Besuche in 13 Präfekturen ergaben, dass seit unserem letzten Besuch zahlreiche Präfekten ersetzt wurden. Die Gespräche mit den Neuen waren viel offener und lockerer, man will wohl ganz bewusst die Bevölkerung nicht mehr so gängeln. Ein Präfekt hat sogar anklingen lassen, er wolle unsere Veterinärhelfer unterstützen. Dieser neue Ton wurde wahrscheinlich vom jungen Präsidenten selbst gewünscht, die Auswahl der Präfekten bedarf seiner Zustimmung. Auch der neue Tierzuchtdirektor der Regierung begrüßte uns in seinem Büro wie alte Freunde und nannte mich überschwänglich "Vater der Tiermedizin in Togo" (er kannte zahlreiche meiner Publikationen aus meiner Forschungstätigkeit in Togo vor 25 Jahren, zumal er auf demselben Gebiet seine Dr.-Arbeit angefertigt hatte).

Unser Antrag auf finanzielle Unterstützung durch die EU hatte keinen Erfolg, weil es inzwischen keinen EU-Fond mehr gibt, der Projekte in Togo unterstützt. Ob und ggf. wann ein solcher Fond geschaffen wird, bleibt zunächst offen. Auch alle Anträge bei Foundations in den USA blieben bisher erfolglos. Allerdings haben wir eine zunächst nur mündliche und nicht endgültige Zusage von NRW, uns 2008/9 bei der Durchführung unseres Projektes in 6 neuen Dörfern finanziell zu unterstützen. Kapazitäten haben unsere vier Tierärzte für 22 neue Dörfer. Gerne würden wir in mehr als 6 neuen Dörfern helfen, aber die müssten zu 100 % durch private Spenden finanziert werden. Auf jeden Fall wollen wir auch im kommenden Jahr wieder in mehreren Dörfern mit unserem Projekt beginnen.

Die starken Regenfälle in Teilen von Westafrika im August haben auch in Togo zu großen Schäden inklusive Ernteausfällen geführt, was die Armut verstärkt. Um nun

Getreide für die Familie erwerben zu können, müssen die Kleinbauern Hühner verkaufen und haben dann kein Geld mehr, um für ihre Kranken Medikamente zu besorgen, vermehrte Todesfälle in der Familie sind die Folge. In fast allen 35 Dörfern, die wir besuchten, fand am selben Tag und manchmal gleichzeitig eine Beerdigung statt, was die Zahl der Teilnehmer und die Stimmung an unseren Dorfversammlungen beeinträchtigte.


Eberhard und Patricia Karbe mit Besitzern geimpfter Hühner vor neuer Hühnerhütte im Norden Togos


Am 14. Oktober wurde in Togo das Parlament gewählt. Einer unserer Tierärzte, Dr. Kouagou, trat im Februar in die Regierungspartei "RPT" ein und gewann im April in zwei Wahlgängen die Kandidatur für seinen Wahlkreis gegen altgediente Parteimitglieder. Dabei war es für ihn hilfreich, dass er seit Jahren im Zusammenhang mit unserem Projekt intensiv die Kleinbauern in seinem Wahlkreis bei der traditionellen Hühnerproduktion unterstützt. Seine Wahl ins Parlament war dann eher eine Formsache, da seine Region Kara die Hochburg der RPT ist und andere Parteien dort auch keinen der 14 Sitze erringen konnten. Obwohl er in den Wochen nach der Wahl zahlreiche Verpflichtungen im neuen Parlament, in der Parteizentrale und in seinem Wahlkreis hatte, machte er sich frei, um uns an mehreren Tagen in seine Projektdörfer zu führen. Auch als Parlamentsmitglied mit pro Jahr drei Sitzungsperioden zu je einem Monat will er in der restlichen Zeit seine tierärztliche Praxis wie bisher führen und sich weiterhin für unser Projekt engagieren. Auch er lebt nach dem Motto, das unser Dr. Ali auf seinem Auto stehen hat: "Tierarzt fürs Leben".

Während die Wahl diesmal ohne große erkennbare Probleme abgewickelt wurde, kam die Regierungsbildung bis zum Tage unserer Abreise (6 1/2 Wochen nach der Wahl) nicht voran. Hohe RPT-Funktionäre wollen offenbar verhindern, dass der Präsident seinen Wunschkandidaten, der nicht RPT-Mitglied ist, zum Ministerpräsidenten ernennt. Das steht in Lomé sogar in der Zeitung. Wahrscheinlich will der Präsident mit seinem Kandidaten der Weltbank und der EU eine Öffnung seiner Regierung demonstrieren, die seine Funktionäre verhindern wollen, um weiterhin allein über die Verwendung von Regierungs-Geldern bestimmen zu können. Da die EU angeblich inzwischen mit einer 20-köpfigen Delegation in Lomé tagt, gehen die Funktionäre wohl davon aus, dass eine solche Öffnung gar nicht mehr nötig ist und die Entwicklungshilfegelder bald wieder in togoische Regierungstöpfe fließen, weil die Wahl ja ordentlich abgewickelt wurde.
Früher hatte auch ich die Ansicht, dass demokratische Wahlen und Pressefreiheit automatisch den Rechtsstaat und die Transparenz bei der Verwendung öffentlicher Mittel zur Folge haben. In manchen Ländern liegen die Verhältnisse aber wohl ganz anders, bedingt durch andere Sitten und Gebräuche im Rahmen alter Traditionen, die modernen Entwicklungen im Wege stehen, auch einer effektiven direkten Entwicklungshilfe von Regierung zu Regierung. Wenn der EU-Entwicklungshilfekommissar Louis Michel in diesen Tagen vollmundig sagt, ein Bruch mit der Vergangenheit stehe bevor, dann kann man nur hoffen, dass seine schwerfällige Behörde nicht alle Fehler der Vergangenheit wiederholt, die dazu geführt haben, dass in den Ländern südlich der Sahara trotz riesiger Summen über Jahrzehnte eine positive Entwicklung und eine Verbesserung des Lebensstandards nicht erreicht werden konnten. Ich befürchte, dass unsere Behörden diesen tatkräftigen und gewitzten Regierungskräften in Afrika nicht gewachsen sind, die ihre persönlichen Ziele ja z.T. hemmungslos und ungehindert durchsetzen können, siehe Mugabe. Erfolgreiche Entwicklungshilfe im großen Stil zum Wohle der Bevölkerung wird erst möglich, wenn es nicht nur demokratische Wahlen und Pressefreiheit gibt, sondern auch Rechtsstaatlichkeit und verantwortliche Regierungsführung. Andernfalls werden die vom EU-Präsidenten José Manuel Borroso jetzt in Lissabon für Afrika in Aussicht gestellten Milliarden die gesteckten Ziele mit Sicherheit wieder nicht erreichen.

Wir sind froh mit unserem kleinen Projekt in Togo unbürokratisch den armen Kleinbauern effektiv und nachhaltig helfen zu können mit der Gewissheit, dass unsere Hilfe zur Selbsthilfe auch wirklich ankommt, denn wir selbst kontrollieren die Ausgaben vor Ort und besuchen mit einigen Mühen persönlich unsere Zielgruppe in allen unseren Dörfern, um sicher zu stellen, dass die Mittel unserer Spender ohne Abzüge, direkt und optimal eingesetzt werden.

Wir danken unseren Mitgliedern und Spendern sehr herzlich für die treue Unterstützung und wünschen schon jetzt frohe Festtage und alles Gute zum Neuen Jahr.

Ihr Eberhard Karbe

 

Mai 2006

Liebe Freunde unseres Projektes,
wir möchten über den aktuellen Stand berichten.

Die Situation der Kleinbauern
Das Leben in den abgelegenen Dörfern Togos ist äußerst schwierig. Die Kleinbauernfamilien ernähren sich von den landwirtschaftlichen Produkten, die sie selbst mit der Hand und Hacke anbauen, insbesondere Mais, Yamswurzeln und Maniok. Überschüsse versuchen sie zu verkaufen, aber die Preise sind niedrig, so dass die Kleinbauernfamilien Bareinnahme von nur deutlich weniger als 1 € pro Tag erzielen. Ohne unsere Hilfe ist die Kleintierhaltung meist ineffizient und selten gewinnbringend.

Unser Projekt
Unser Projekt unterstützt die traditionelle Hühnerproduktion durch einfache Maßnahmen wie das Impfen der Hühner, die Behandlung von Parasitosen und den Bau einfacher Hühnerhütten. Das Impfen gegen Newcastle-Krankheit hat den stärksten Effekt, da ca. 90 % ungeimpfter Hühner je Seuchenzug jeweils im April und November sterben. Erst das Impfen ermöglicht ein Überleben der Hühner und somit eine sinnvolle Produktion. Diese Maßnahmen werden in den vielen abgelegenen Dörfern in Togo nicht angeboten.
In unserem Projekt sind inzwischen 4 togoische Tierärzte aktiv, und zwar in allen 5 Regionen Togos. In jedem der von uns unterstützten 77 Dörfern werden zwei junge Kleinbauern von unseren Tierärzten zu Veterinärhelfern ausgebildet, um die Maßnahmen durchzuführen. Während der ersten drei Impfkampagnen, innerhalb von 15 Monaten, finanzieren wir die Materialkosten und bezahlen die Veterinärhelfer.
Hilfe zur Selbsthilfe
Ziel dieser Maßnahme ist natürlich, Einkommen und Ernährung der Kleinbauernfamilien zu verbessern, aber auch, die Kleinbauern von den Vorteilen zu überzeugen, damit sie nach der Einarbeitungsphase die Maßnahmen selber finanzieren. Wir wollen nicht nur einfach helfen, sondern geben Hilfe zur Selbsthilfe; unser Projekt soll zum Selbstläufer werden.

Nachhaltigkeit
Welche Erfolge bezüglich der Nachhaltigkeit können wir vorweisen?
In dem ersten Dorf Dédomé begannen wir Anfang 2000. Alle 6 Monate begannen wir mit weiteren Dörfern, je nach Spendeneinnahmen, so dass ab Oktober 2005 bereits in 37 Dörfern die Kleinbauern die Maßnahmen aus den verbesserten Einnahmen einer stark gestiegenen Hühnerproduktion selber bezahlen sollten.
Haben sie das auch wirklich gemacht?
Die Antwort heißt ja, die Impfzahlen in den Heften der Veterinärhelfer belegen dies. Die Impfzahlen sind etwa gleich geblieben, z.T. haben sich Kleinbauern von Nachbardörfern angeschlossen, so dass dadurch die Impfzahlen sogar gestiegen sind, ohne weitere Finanzhilfe durch uns.

Gründe für den Erfolg
Welche Aspekte waren für unser Projekt in Afrika besonders hilfreich?
1. Dr. Mawuena, mit dem wir das Projekt im Januar 2000 begannen, hat vor 25 Jahren 4 Jahre lang in Togo in einem GTZ-Projekt mit mir zusammengearbeitet. Unsere gegenseitige Wertschätzung ist eine wichtige Basis. Die drei weiteren Tierärzte wurden im Geiste unseres Projektes nach langen Diskussionen ausgewählt.
2. Wir helfen im Dorf jedem, denn jeder hat Hühner. Wir schüren also keinen Neid.
3. Die gemeinsame Impfaktion ermöglicht ein Gruppensparen für die Impfungen. Geld, das eine Gruppe für ein bestimmtes Ziel spart, darf dort nicht für etwas anderes ausgegeben werden. Individuell Gespartes, z.B. für die Hühnerimpfung oder ein Blechdach, muss in der Tradition dieser Völker bei Bedürftigkeit in der Großfamilie verschenkt werden. Deshalb wird vorsichtshalber häufig gar nicht erst individuell gespart.
4. Alle am Projekt in Togo Beteiligten profitieren: Der Kleinbauer durch gesteigerten Hühnerverkauf und -verzehr, der Veterinärhelfer durch Impfeinnahmen, der Tierarzt durch die etwas teurere Abgabe des von ihm gekauften Impfstoffes, aber besonders wohl durch sein gestiegenes Ansehen. Nachhaltigkeit eines Projektes kann in der Normalbevölkerung nur erreicht werden, wenn alle Beteiligten davon profitieren.
5. Wir besuchen jedes Jahr alle Dörfer, in denen die Finanzierung noch läuft, sowie einen Teil der älteren Projekte, um die Nachhaltigkeit zu prüfen. Die intensiven Gespräche mit den Kleinbauern sowie die Ausgaben-Kontrolle bei den Tierärzten ermöglichen vor Ort eine sofortige Optimierung unserer Vorgehensweisen.
6. Die große Not und Bedürftigkeit der Kleinbauern veranlasst diese, unsere Maßnahmen zu akzeptieren, zu übernehmen und selbständig fortzuführen.

Finanzierung
Nach der letzten Impfkampagne im März haben wir in 57 Dörfern unsere finanzielle Hilfe planmäßig beendet, in weiteren 20 Dörfern läuft sie noch. Hierfür wurden von uns insgesamt etwa 350.000 € ausgegeben bzw. für laufende Projekte reserviert.
Unsere Hilfe betrifft bisher insgesamt 77 Dörfer, mit je deutlich über 1000 Einwohnern, und kommt insgesamt über 80.000 Togoern zugute. Die Mittel stammen aus folgenden Quellen:
Private Spender in Deutschland: 85.000 €
Bundesrepublik Deutschland (BMZ): 235.500 €
Land Nordrhein-Westfalen: 6.000 €
Private Spender im USA-Schwesterverein: 24.000 €
Insgesamt: 350.000 €
Nachdem unser Projekt drei Jahre lang erfolgreich lief, erhalten wir Unterstützung vom Entwicklungshilfe-Ministerium in Bonn (BMZ), und zwar bekommen wir seit 2003 auf Antrag pro 1 € Privatspende zusätzlich 3 € Bundesmittel. Wer uns 100 € spendet, ermöglicht uns mit 400 € den Dörfern Togos zu helfen. Alle Spenden werden in Togo eingesetzt und nicht für Verwaltung ausgegeben. Die jährlichen Evaluierungsreisen werden nicht mit Spenden finanziert, sondern vor allem durch persönliche Eigenmittel, die letzten beiden Reisen z.T. auch durch einen speziellen Zuschuss aus Bundesmitteln.

Dank des Einkommens vom Hühnerverkauf können Eltern jetzt mehr Kindern den Schulbesuch finanzieren.


Wie die Kleinbauern ihr Einkommen verdoppeln
Es ist schwierig, von Kleinbauern zu erfahren, wie viel Geld sie durch die Hühnerproduktion jetzt mehr verdienen. Interessanteweise geben sie aber bereitwillig Auskunft über Erlöse im Vergleich, also z.B. ob einer im Jahr durch Hühner- oder Mais-Verkauf mehr einnimmt. Da gab es für uns eine positive Überraschung. In der Zentralregion und den beiden nördlichen Regionen sind acht Monate nach der ersten Impfkampagne die Einnahmen aus dem Hühnerverkauf etwa so groß wie aus allen anderen Verkäufen zusammen, also von Mais, Yamswurzeln, Maniok, Bohnen, Baumwolle usw. Aber 20 Monate nach der ersten Impfkampagne lagen die Erlöse aus dem Hühnerverkauf ganz deutlich über den Einnahmen aus dem Verkauf aller übrigen landwirtschaftlichen Produkte. Das heißt, deutlich über 50 % ihrer Einnahmen, z. T. über 80 %, verdanken die Kleinbauern dem Hühnerimpfen, denn früher, als noch nicht geimpft wurde, waren die Einnahmen durch Hühner praktisch gleich null. Das Einkommen dieser Kleinbauern konnte durch unsere Maßnahmen also mehr als verdoppelt werden!!!
Im Süden Togos sind die Böden besser und es regnet mehr. Dort erreicht der Hühnerverkauf jetzt 25 - 50 % der Gesamterlöse, da andere Produkte etwas besser produziert werden als im trockenen Norden.
Bei unserem Besuch im November/Dezember 2005 fragten wir auch, was die Kleinbauern mit den Mehreinnahmen kaufen und wie sie ihr Leben verbessern. Die ersten beiden Antworten in den 32 besuchten Dörfern waren immer identisch: Gebühren, Hefte und Uniform für die Schule (es gibt keine Schulgeldfreiheit) und Medikamente für die Familie (es gibt keine Krankenkasse);die dann folgenden Antworten variierten wie Kleidung, Zutaten "für die Soße" (insbesondere Trockenfisch), Kunstdünger, das Impfen oder Kauf von Zuchtschafen, Kauf eines gebrauchten Fahrrads, Verbesserungen an der Lehmhütte.


Tollwut in Projektdörfern
In mehreren der von uns betreuten Dörfern trat Tollwut bei Hunden auf und nach Bissen tollwütiger Hunde starben mehrere Kleinbauern an Tollwut. Dankenswerterweise wurde uns in diesem Jahr wieder Impfstoff gegen die Tollwut bei Hunden gespendet, so dass unsere vier Tierärzte in betroffenen Gebieten die meisten Hunde impfen konnten. Seitdem gab es in "unseren" Dörfern keine Tollwut mehr, weder bei Hunden noch bei Menschen. Eine wirksame Hilfe.


Zukunft
Für laufende Projekte werden wir noch 7.800 € aus Privatspenden ausgeben, die wir schon auf unserem Konto haben, außerdem besitzen wir noch 1000 €. Wenn wir unsere Hilfe in Togo im gleichen Umfang fortsetzen wollen wie bisher, benötigen wir bis zur Jahreswende zusätzliche Privatspenden in Höhe von 24.000 €. Wie das erreicht werden kann, bleibt abzuwarten, jedenfalls hat es in den beiden letzten Jahren geklappt, durch sehr viele kleine und einige große Spenden. Gerne referiere ich über unsere Tätigkeit in Togo mit schönen Bildern und einem Video.


Dank
Wir danken allen unseren Spendern sehr herzlich für die großzügige Unterstützung, die es uns erlaubt, den armen Kleinbauern in Togo nachhaltig zu helfen, damit sie in ihrem Umfeld eine Perspektive sehen und nicht zu Slumbewohnern in Afrika oder Armutsflüchtlingen bei uns werden.
Wülfrath, im Mai 2006

Eberhard Karbe
Langendorfer Str. 17, 42489 Wülfrath, Tel. 02058-87998, Fax: 02058-80392,
info@togohilfe.de, www.togohilfe.de
Spenden-Konto: Hilfe für Kleinbauern in Togo, Konto-Nr. 35 67 229, BLZ: 301 502 00



Im Dezember 2005

Liebe Mitglieder und Spender!
Auch dieses Jahr waren meine Frau und ich wieder in Togo, und zwar vom 17. November bis 17. Dezember. Wir haben alle 20 neuen Projektdörfer besucht und konnten in Einzelgesprächen und in Dorfversammlungen mit z.T. über 500 Teilnehmern feststellen, dass unsere vier togoischen Tierärzte Dr. Mawuena, Dr. Kouagou, Dr. Ayidi und Dr. Ali mit den von ihnen eingearbeiteten über 100 Veterinär-Helfern sehr gute Arbeit geleistet haben. Die Kleinbauern sind von den Impferfolgen begeistert und nun in der Lage, mehr Hühner zu essen und vor allem auch zu verkaufen.
Außerdem haben wir 12 der 37 Dörfer besucht, in denen unsere Finanzierung bereits plangemäß beendet wurde, und konnten feststellen, dass die Kleinbauern, von dem Impferfolg überzeugt, nun die Impfungen selber bezahlen mit einem Teil des Erlöses aus der gesteigerten Hühnerproduktion. Dies gilt offensichtlich für alle diese 37 Dörfer, mit einer Ausnahme im Dorf Lébé.
In Lébé wurden in der letzten vom Projekt finanzierten Kampagne 3.500 Impfungen durchgeführt, in der folgenden Kampagne (Oktober 05) haben die Kleinbauern nur 700 Impfungen bezahlt. Deshalb haben wir dieses Dorf noch in den letzten Tagen unseres Aufenthaltes in Togo besucht. Es stellte sich heraus, dass der Dorfchef die ganze Woche über im Hafen von Lomé einen Job ausübt und sich wenig um sein Dorf und unser Projekt kümmern konnte. Die meisten seiner Kleinbauern waren nicht informiert, im Oktober für die Impfungen selber bezahlen zu müssen. In der kleinen Dorfversammlung mit 65 Kleinbauern machten wir deutlich, dass wir den Gaskühlschrank und andere Projekt-Geräte nach der nächsten Kampagne im März vom Dorf Lébé abholen, wenn die Kleinbauern das Impfen der Hühner nicht in erheblich höherer Zahl wünschen und bezahlen. Das schien zu wirken. Wir werden sehen. Jedenfalls wollen wir in Zukunft nur Dörfer berücksichtigen, in denen der Dorfchef verfügbar ist.
Wir haben auch die 13 Präfekten besucht (in Togo gibt es z.Zt. etwa 33), die für die von uns besuchten 32 Dörfer zuständig sind, um die Regierung auf ihrer untersten Ebene über unsere Aktivitäten in den Dörfern zu informieren. Die Gespräche sind sehr freundlich, aber wir reden nicht über Politik. Diesmal wurden wir von einem Präfekten sogar zum Essen eingeladen!
Unser deutsches Entwicklungshilfe-Ministerium (BMZ) hat unsere Hilfe in Togo in den letzten drei Jahren mit der dreifachen Summe im Vergleich zu den Privatspenden bezuschusst. Im BMZ wollte man nun wissen, inwieweit unser Projekt das Leben der Kleinbauern verbessert, messbar! Entsprechend habe ich bohrende und indiskrete Fragen gestellt. Brauchbare Zahlen über Verkaufserlöse pro Jahr waren nicht zu bekommen, da wird viel vergessen, minimiert, auf den Erfolg von Einzelverkäufen ausgewichen, sicherlich einiges verschwiegen (denn neidische Blicke verhexen!). Erstaunlicherweise gaben die Kleinbauern gerne Auskunft über Erlöse im Vergleich, also z.B., ob einer im Jahr durch Hühnerverkauf oder durch den Verkauf von Mais und Yamswurzeln mehr einnimmt. Den Antworten konnten wir entnehmen, dass die Kleinbauern durch unser Projekt ihre Bareinnahmen etwa verdoppelten konnten, im Norden die Zunahmen sogar höher waren, zumal dort mehr Zuchthennen gehalten werden als im Süden.
Wahrscheinlich habe ich die Kleinbauern mit meiner Fragerei genervt. Mehrfach wurde mir schließlich gesagt: "Wir sind nur so zahlreich zu dieser Versammlung gekommen, weil das Projekt für uns ein großer Erfolg ist, sonst wären wir jetzt nicht hier!"
Wir fragten die Kleinbauern auch, was sie mit den Mehreinnahmen kaufen und wie sie ihr Leben verbessern. Die Kleinbauern sind nun insbesondere in der Lage, mehr Kinder in die Schule zu schicken und ihre Kranken mit modernen Medikamenten zu behandeln. Einige Dorfschullehrer informierten uns, dass die Zahl der Schulkinder in einem Jahr um bis zu über 30 % (z. B. von 175 auf 230 im Dorf Pessaré) gestiegen sei, weil die Eltern durch verstärkten Hühnerverkauf sich das finanziell leisten konnten.
Diese in der Entwicklungshilfe ungewöhnlich guten Erfolge möchten wir fortsetzen. Unser Antrag beim BMZ vom August über eine Teilfinanzierung von €76.500 für 20 neue Dorfprojekte 2006/7 wurde nun zu unserer großen Freude genehmigt, wir müssen dafür jedoch zusätzlich €25.500 Privatspenden aufbringen. Wir haben mit Ihrer Hilfe insgesamt €5.000 für die neuen Projekte angesammelt, unser Schwester-Verein in den USA hilft uns mit $13.900 (€11.500); allein $5.000 davon wurden von der Congregational Kirche in Keene, New Hampshire gespendet, wo wir schon zweimal im Gottesdienst gesprochen haben. Mit Datum vom 19.12.05 verfügen wir insgesamt über €16.500, es fehlen also €9.000, um die 20 neuen Projektdörfer 2006/7 finanzieren zu können. Mit vielen kleinen und mehreren größeren Spenden sollte es auch diesmal wieder zu schaffen sein.
Das Wichtigste an unserem Projekt ist die wirklich erzielte Nachhaltigkeit. Es gibt nun schon 17 Dörfer, in denen nach der letzten vom Projekt bezahlten Impfkampagne mindestens 4 mal innerhalb von 2 Jahren weiterhin geimpft und nun auch von Kleinbauern dafür bezahlt wurde. Unser Einsatz von ca. €5.000 pro Projektdorf bringt den Kleinbauern eines Dorfes nach Abschluss der Projektfinanzierung einen jährlichen Gewinn vom Mehrfachen. Diese selten gute Kosten-Nutzen-Relation ist nur möglich, weil die recht billige Impfung gegen die tödliche Newcastle-Krankheit der Hühner erst eine auch ökonomisch ergiebige Produktion ermöglicht.
Mit diesem Schreiben möchten wir nicht nur über unsere Evaluierungs-Reise berichten, sondern Ihnen ganz herzlich für Ihre Unterstützung danken, ohne die dieses Projekt gar nicht möglich wäre. Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute zum Neuen Jahr.
Mit herzlichem Dank und Gruß,
Ihr Eberhard Karbe

 

Dezember 2004
Liebe Freunde unseres Projektes!

Vom 11.11. bis 12.12. haben meine Frau und ich Togo bereist, um die von Ihnen unterstützten und z.Zt. laufenden 19 Projekte zur Verbesserung der traditionellen Hühnerhaltung zu evaluieren. Von diesen haben wir jeweils mit einem unserer 4 togoischen Tierärzte 18 besucht und in Versammlungen von 20 bis 200 Kleinbauern die Ziele unseres Projektes vorgetragen und diskutiert sowie mehrere Hühnerbesitzer vor Ihren Hütten nach den Ergebnisse und möglichen Problemen gefragt. Die meisten von ihnen sind Analphabeten und sprechen kein Französisch, so dass unsere Tierärzte oder jemand aus dem Dorf alles in die Sprache der jeweiligen Ethnie übersetzen müssen.

Eins der 19 Dörfer konnten wir nicht besuchen, da Dr. Mawuenas Pkw mit 4-Radantrieb auf der steilen, felsigen und ausgewaschenen Piste überfordert war; die 4 km und 300 Höhenmeter zum Dorf Edoko hätten wir zu Fuß bei der Hitze vor Einbruch der Nacht nicht geschafft. Nächstes Jahr wollen wir morgens als erstes dieses Dorf besuchen, notfalls zu Fuß. Es gab diesmal weitere Pkw-Probleme: U.a. zwei geplatzte Reifen wegen tiefer Schlaglöcher, zweimal aufgeschlagene Ölwanne des Motorblocks, einmal geflickt mit Zweikomponenten-Kleber, einmal das Loch von 7 x 7 cm mit dem flüssigen Metall aus 10 Alu-Löffeln verschlossen.

Alle Projekte laufen weitgehend nach Plan und unsere 4 Tierärzte, Drs. Mawuena, Kouagou, Ayidi und Ali, sowie die inzwischen über 70 Veterinärhelfer haben gute Arbeit geleistet. Wir sind nun in allen 5 Regionen Togos aktiv und haben diesmal 11 der 31 Präfekten (Landräte) Togos besucht, um über unser Projekt zu informieren.

In 19 weiteren Dörfern wurde unsere Finanzierung inzwischen planmäßig beendet. Wir haben diesmal 8 dieser Dörfer besucht, auch um die Nachhaltigkeit unseres Projekttyps zu evaluieren. Es läuft in allen Fällen weiter, z.T. sinken die Impfzahlen etwas, z. T. steigen sie. Echte Probleme treten bisher nur auf, wenn von den 76 Veterinärhelfern einer ausfällt (6 Fälle innerhalb von 5 Jahren). Dann muss der Tierarzt sofort für die Ausbildung eines Nachfolgers sorgen, sonst sinken die Impfzahlen.

Wir konnten uns überzeugen, dass die Kleinbauern durch unser Projekt ihr Einkommen durch verstärkten Hühnerverkauf deutlich verbessern und auch mehr tierisches Eiweiß verzehren, was besonders für Kinder nach dem Entwöhnen von der Muttermilch wichtig ist.

Die Dankbarkeit der ländlichen Familien ist beeindruckend. Es werden große Dorffeste veranstaltet mit traditionellen Tänzen, Musik, Gesang, häufig Lieder mit Texten über unser Projekt, einmal ein Sketch von Schülern über kranke und gesunde Haustiere. Zu Essen gibt es meist Fufu aus Jam mit Soße und Hühnerfleisch, aber auch Delikatessen wie gekochter Darm oder gegrillte Haut mit Haaren: Da versagen unsere schwachen Kaumuskeln.

Bei allen 19 laufenden Projekten haben wir die Ein- und Ausgaben an Hand von Bankauszügen und Quittungen überprüft. Außer Rechen- und Übertragungsfehlern, die letztlich zum Nachteil des Tierarztes geführt hätten, haben wir keinen Grund zur Beanstandung gefunden. Bei zwei Projekten, die von unserem US-Schwesterverein finanziert wurden, mussten wir bei der Abschlussrechnung allerdings feststellen, das etwas zu viel ausgegeben wurde. Entsprechend unserer Abmachung müssen die togoischen Tierärzte diese Kosten dann persönlich tragen. Wir sind weiterhin überzeugt, dass unsere 4 Tierärzte ganz im Sinne des Projektes handeln und korrekt abrechnen, was man in diesem armen Land, gepeinigt durch Korruption und Kriminalität, selten findet. Auch unser neuer Tierarzt, Dr. Ali in Mango im Norden Togos, ist ein Gewinn für das Projekt. Nebenbei arbeitet er an der Master-Thesis: "Die Nachhaltigkeit von Entwicklungshilfeprojekten".

Für die insgesamt bereits abgeschlossenen 19 sowie die jetzt laufenden 19 Dorfprojekte wurden und werden von uns (seit 2000) folgende Mittel eingesetzt:
Private Spender in Deutschland: 44.500 €
BMZ (Entwicklungshilfe-Ministerium), Bonn: 87.800 €
NRW, Solingen: 5.700 €
Private Spender in den USA: 17.400 €
Insgesamt: 155.400 €

Spendengelder werden weiterhin nicht für unsere jährlichen Kontrollreisen nach und in Togo benutzt. Meine Reisekosten werden diesmal vom BMZ finanziert, die von meiner Frau inkl. Flugschein bezahlen wir persönlich.

Die EU hat kürzlich der Regierung in Togo Entwicklungshilfe auch für die Landwirtschaft in Aussicht gestellt für den Fall, dass reelle lokale und nationale Wahlen in Togo stattfinden. Da das nicht so schnell zu erwarten ist, bleiben private Spenden weiterhin besonders wichtig für die direkte Hilfe für die Kleinbauern in Togo, damit sie in ihren Dörfern eine Perspektive sehen und nicht zu Slumbewohnern oder Armutsflüchtlinge werden.

Um möglichst vielen zusätzlichen Dörfern in Togo helfen zu können, haben wir beim BMZ wieder einen Antrag gestellt, unsere privaten Spenden zu vervierfachen, was konkret zu einer Summe von 94.200 € führen könnte. Dies würde uns in die Lage versetzen, weiteren 3000 Familien, d.h. ca. 20.000 Menschen in Togo zu helfen, was fast der Bevölkerung der Stadt Wülfrath entspricht. Dieses Ziel wird z.Zt. jedoch zu 40% nur durch unseren Optimismus getragen. Jedenfalls, das BMZ hat unserem Antrag bereits zugestimmt!

Wir danken unseren Spendern ganz herzlich und wünschen frohe Festtagen und alles Gute im hoffentlich friedlicherem Neuen Jahr.

Prof. Dr. Eberhard Karbe, Vorsitzender